Sounds good

Bald geht's bergab mit dem Rindvieh. Die Kuh Frejd warten auf den Almabtrieb.

Bald geht’s bergab mit dem Rindvieh. Die Kuh Frejd wartet auf den Almabtrieb.

So eine Freude aber auch. Die Kuh Frejd (hochdeutsch Freude) hat eine neue Glocke mit einem schmucken Lederband bekommen. Die alte baumelte fünf Jahre an ihrem Hals (so jung ist sie noch) und davor an anderen Milchkühen der Rasse Vosgienne, die in den Vogesen daheim ist. (Die alte Glocke und das alte Lederband, das jetzt ganz schön mürbe ausschaut, hat noch der Großvater angeschafft.) Das meist schwarzfleckige Vosgienne-Rind war in den Vogesen schon fast ausgestorben, als Bergbauern wie die Wehrys in Breitenbach sich ihrer besannen. Warum? Sie gibt gute Milch für Munster (Geromé), Barikas (Bergkäse), Tomme und sie hat es wirklich drauf mit dem schwierigen Gelände klarzukommen. Sie mag Kräuter und das schmeckt man aus dem Käse heraus. Eine Vosgienne hält zudem einiges aus, denn auch ein Sommer in den Vogesen kann mal rau werden. Alles hat eine Ende, so auch die Saison auf den Chaumes (Hochweiden), am 18. Oktober ist Almabtrieb. Die Kuh mit dem hellen Klang, das ist die Frejd. Und die schwarze Kuh mit den krummen Hörnern und die ein bisschen schräg schaut ist die Stolzi (die Stolze), das Leittier, hinter der alle hertraben und Krach machen. Warum überhaupt Glocken? Manchmal ist es so neblig, dass man die Hand vor den Augen nicht mehr sieht und dann hört man Frejd, Stolzi und die anderen.

Transhumance (Wandelfescht) | Muhlbach sur Munster | Samstag, 18. Oktober, 9.30 Uhr | www.vallee-munster-transhumance.eu

 

 

 

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Morgen: Festival de la Soupe

Gegen eine gute Suppe ist kein Kraut gewachsen.

Gegen eine gute Suppe ist kein Kraut gewachsen.

Das Salz der Erde, ist manchmal das Salz in der Suppe. Suppen sind sicherlich nicht die eleganteste Art von Essen, aber vielleicht die wichtigste. In einer guten Suppen ist alles drin auch dann wenn nicht alles drin ist. Eine gute Gemüsesuppe braucht kein Fleisch. Eine gute Suppe braucht Zeit. Und Liebe. Und Esser. Jede Kultur hat ihre Suppen und andere Suppen. Suppen bleiben nicht da wo sie herkommen, sondern sie schwappen und köcheln sich um die Erde. Eine gute schwäbische Suppe (Linsen! Speck! Wienerle!) soll es auch in Baden und im Elsass geben, eine indische Suppe in New York, eine Suppe aus dem Shetl auch im Dörfel oder in der City … Suppen sollen salzig sein, sagen die einen. Die anderen finden, dass frische Kräuter schon das Salz in der Suppe sind. Suppen sollten nicht dünn sein, höchstens klar – und immer gehaltvoll. So wie eine gute Hühnersuppe. Den aktuellen Stand der Dinge in Sachen Suppen, Salz und Kräuter lässt sich morgen und übermorgen beim Suppenfestival im Park der Villa Burrus erleben. Weiter auf dem Programm: Suppen von Koryphäen wie Sebastian Buecher, Daniel Zenner und Eric Girardin dazu Bal Folk, Bauernmarkt, Gartenkunst, handfeste Speisen, Kuchen, Pilz-Ausstellung … (Ab 12 Uhr sind die 30 Suppen fertig zum Essen.)

  1. Suppenfestival | 27. und 28. September | Villa Burrus | Sainte-Croix-aux-Mines | www.un-jardin-passionnement.org

Elsassblick: In die Reben

Elsassblick ins Grüne bei Eguisheim. (August 2014)

Elsassblick ins Grüne bei Eguisheim. (August 2014)

Heute auch amtlich: Sommer vorbei! Unvergessen sind für den Sommer 2014 die sintflutartigen Regenfälle, Nebelwände und Temperaturstürze, die so manche Wanderung abrupt beendeten. Zwar heißt es immer wieder, dass das Elsass eine verhältnismäßig trockene Region ist (viel regenarmer als beispielsweise Baden) und das es in Colmar „so trocken wie in Perpignan“ ist, aber wie heißt es doch so schön, Ausnahmen bestätigen die Regel. Dieser sonnige Elsassblick wurde im August fotografiert. Wider Erwarten war Kaiserwetter und die eigentlich schöne Strecke von Eguisheim durch den Weinberg wurde zur Qual. Weder Wasser noch Wein waren im Ausschank … Und dann immer diese Steigung – Vogesen! – und oben angelangt ging es von einer Burg zur nächsten, was auch kein Katzensprung war … Das nennt man dann Wandern. (Die Strecke von Eguisheim zur Hohlandsbourg und den 3 Châteaux ist ausgeschildert. Circa 5 Std. sollte man einplanen. Vesper nicht vergessen, da es keine Ferme unterwegs gibt.)

Was für ein herrlicher Sommertag. Thanner Hubel im Juli 2014

So geht’s auch. Herrlicher Sommertag auf dem Thanner Hubel im Juli 2014

Vorsicht heiß! (Festival de la soupe)

Marc Haeberlin gibt Garnelensuppe aus. (Archiv Pascal Cames, 2007)

Hier kocht der Chef Garnelensuppe. Marc Haeberlin teilt aus.  (2007)

Vor acht Jahren erreichte mich eine Mail, die mindestens fünfmal weitergeleitet wurde. Es handelte sich um eine dürre Info zum Festival de la soupe in Sainte-Croix-aux-Mines (Elsass), für die scheinbar kein Redakteur Zeit fand. Immer hieß es „hast du Lust?“ – bis die Mail bei mir, dem Freelancer, landete. Weiterlesen

Seine Ortenau ist eigensinnig

Einer seiner Lieblingsplätze: Schloss Staufenberg ?

Schloss Klingelberger, äh Staufenberg (im Frühjahr 2014)

Über den Autor und Verleger Wolfgang Abel, Jahrgang 1954, muss man nicht viel erzählen. Er schrieb lange Jahre fürs Magazin der Badischen Zeitung, hat einen kleinen, aber feinen Verlag (Oase) am Start und ist für seine Streifzüge berühmt. Aktuell geht es in die Ortenau und ihre Randgebiete Breisgau, Baden-Baden (da wo die Damen noch wie Damen gehen) und das Elsass, genauer die Insel Gerstheim, besser bekannt als Niemandsland. Weiterlesen

Morgen: Zombies!

Der Teufel trägt Prada, der Zombie Doc Martins. Vergangenes Jahr staunten wir nicht schlecht über die Ansammlung zerlumpter und etwas angefressener junger Leute auf dem Kleber-Platz, wo der Straßburger Zombie-Walk (Motto: Be there and Be Dead!) seinen Anfang nahm. Ursache für diesen kruden Auflauf war das europäische Festival des fantastische Films, das jetzt in der 7. Auflage wieder kommt. Vom 12. bis 21. September sind in Straßburg zu sehen: Horror, Science Fiction, Thriller, Blockbuster … Und Zombies! Aber keine Angst, die beißen nicht. Eventuell wollen sie nur spielen. (Aber was?)

Zombie Walk: Samstag, 13. September, 14 Uhr place Kléber, Straßburg | strasbourgfestival.com

Zombies: Keine Angst, die beißen nicht. Eventuell wollen sie nur spielen. (Aber was?)

Wie man sieht, können auch Zombies schwitzen …

Volles Programm – la boutique culture

Kultur geht immer

Nicht Mango, nicht Zara, auch Kultur kann anziehend sein

Die Ferien sind vorbei und damit auch die Zeit der gratis Vorstellungen auf Plätzen und in Parks. Stattdessen kommt die große Kultur wieder. Das im besten Wortsinne „volle Programm“ führt la boutique culture, die jetzt 10 Jahre alt wird. Dort gibt es nicht nur Karten für Metronomy, sondern auch Infos zum Weihnachts-programm (!) und anderen musts der Münsterstadt. So gut wie alle Kulturakteure lassen über die kleine Boutique vis-à-vis vom Münster Karten verkaufen. Das schöne: Es fallen keine Vorverkaufsgebühren an. Was macht man mit dem gesparten Geld? Ein expresso in Straßburg geht immer. Und: Auch der Verkaufsraum in der historischen Apotheke ist schon ein kleines kulturelles Ereignis. Die Wandmalereien stammen von Léo Schnug ( 1878-1933), bekannt auch für seine Wandmalereien im Maison Kammerzell.

La Boutique culture | 10 place de la cathedrale, Straßburg | Di – Sa 12-19 h