Auf ein Flaschenbier am Originalschauplatz?

Gewohnt gut: Wolfgang Abel im Markgräflerland

Links aslkfdj, rechts aslfdj. Foto: Oase Verlag

Auf dem Wiiwegle und Wiivegli und darüber hinaus.  Foto:  Oase Verlag

Für die zweite Auflage seines „Markgräflerland“ hat der Südbaden-Insider Wolfgang Abel noch mal gründlich umgedacht und umgestellt. Statt dem Weinweg (Wiiwegle bzw. Wiivegli) und der Weinstraße zu folgen, fokussiert er jetzt einzelne Orte und damit verbundene Themen. Das Eggener Tal nimmt er zum Anlass über Wandel im Obstbau zu schreiben, bei Müllheim („Zypressen, Kreisel, Lidl“) geht es darum, wie ein Ort seine Mitte verliert. Abels zweiter „Gang durch gelobte Land“ macht schon melancholisch. Am Sportplatz am Rande des Isteiner Klotzes („Flaschenbier am Originalschauplatz“) fällt ihm beim „Duft eines frisch gemähten Fußballplatzes“ ein, dass die sommerliche Heubrise fehlt. Seine Lektüre berührt Saiten, die man manchmal lieber nicht zum klingen bringen will, weil sie so viel von unserer widersprüchlichen Zeit erzählen. Orchideen werden gefeiert, aber alte Apfelsorten wie der Gravensteiner vergessen. Auch Abels Beobachtung von „Meine Haushälfte, meine Eigenleistung, meine Hypothek“ stimmt nicht wirklich happy. (Endlich sagt’s mal wieder jemand!) Und dann gibt es diesen anderen Abel, der die Idylle auf Fotos („Blick frei, Kopf frei“) einfängt, Wörter wie „Besserbürgerlich“ erfindet und überhaupt fein schreibt und Lust macht aufs Markgräflerland. Er lässt René Schickele, Marie-Luise Kaschnitz und andere Prominente auftreten und hat viele gute Tipps parat, ob nun fürs Wandern, Einkehren, Einkaufen oder Streuobstwiese pachten. (Hier kann man auch den Autor kontaktieren.) Natürlich gibt es auch eine handvoll Weinadressen und den Tipp mit dem Weinetikettenmuseum. Im Kapitel „Was ich noch zu sagen hätte“, wird es dann sehr autobiografisch. „Tai-Chi heißt bei uns den Hof fegen“, schreibt er über die Markgräfler.

Anm. So ähnlich stand es vor ein paar Wochen auch schon in Der Sonntag.

http://www.oaseverlag.de

Wolfgang Abel | Markgräflerland – Ein Gang durchs gelobte Land | 384 Seiten | Oase Verlag | 23 Euro

 

Prima Fundsache: „Hier ist der warme, gehüteste Winkel des alemannischen Gartens“ (René Schickele)

Gut gesagt: „Der richtige Gutedelwinzer sollte sein wie sein Wein. Mehr Handwerker als Winemaker, ein Überzeugungstäter.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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