Alte Steine

Wenn man im Krummen Elsass (Alsace Bossue) unterwegs ist, kommt man fast nicht drumherum die Departementsgrenzen zu übertreten. Ruckzuck ist man in der Moselle, Lothringen, was man landschaftlich gar nicht groß merkt. Der Dialekt wäre ein anderer, sagten die Elsässer, aber der wechselt eh von Dorf zu Dorf, auch im Krummen Elsass. Eine schöne Entdeckung ist das an der Saar gelegene Fénétrange, das ehemalige Finstingen. Das 700 Seelen-Städtchen wurde bekannt durch den gebürtigen Willstätter Hans Michael Moscherosch („Bin ein Geborner Teutscher ...“), der von 1635-1642 hier Amtsmann war. Fénétrange ist ein geheimnisvolle Ansammlung alter Steine, wo von unsichtbarer Hand die Zeit angehalten wird. Die alte Kirche mit den Grabsteinen rund herum, das Schloss aus dem 14. Jahrhundert, die schiefen Häuser, die abgeschossenen Fensterläden, sind alte Zeit. Nur der Himmel trägt keine Patina.

Wenn man im (evangelischen) Krummen Elsass unterwegs ist, kommt man fast nicht drumherum die Departementsgrenzen zu übertreten. Ruckzuck ist man in der (katholischen) Moselle, Lothringen, was man landschaftlich gar nicht groß merkt. Der (fränkische) Dialekt wäre ein anderer, sagen die Elsässer, aber der wechselt eh von Dorf zu Dorf, auch im Krummen Elsass, das auf frz. Alsace Bossue, also buckliges Elsass heißt. Eine schöne Entdeckung liegt an der Saar, Fénétrange, das ehemalige Finstingen. Das 700 Seelen-Städtchen wurde bekannt durch den gebürtigen Willstätter Hans Michael Moscherosch („Bin ein Geborner Teutscher …“), der von 1635-1642 hier Amtsmann war. Fénétrange ist ein geheimnisvolle Ansammlung alter Steine, wo von unsichtbarer Hand die Zeit angehalten wird. Die alte Kirche mit den Grabsteinen rund herum, das Schloss aus dem 14. Jahrhundert, die schiefen Häuser, die abgeschossenen Fensterläden, sind alte Zeit. Nur der Himmel trägt keine Patina. PS: Ein weiterer Grund für Fénétrange liefert die Metzgerei Munsch, etwas versteckt im Winkel neben dem Schloss. Pâté und Presskopf krönen jedes Vesper, eine weitere Spezialität in dieser traditionell bestückten Boucherie sind die Lothringer Würste.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Lifestyle ist käuflich

Alles was man definitiv  (nicht) braucht ...

Alles was man definitiv (nicht) braucht …

Tassen, Vasen, Köfferchen, Stifte, Kühlschrankmagnete, Retro-Geldbeutel … Irgendwie hat man ja alles schon oder braucht es nicht, aber hübsch sind die Dinge schon in der Straßburger Boutique Mémé en autriche. Am besten lässt man sich Geld schenken, dann fällt das Ausgeben leichter. Weiterlesen

Straßburger Münster (2)

Münsterblick vom Frauenhausmuseum

Schön eingerahmt: Das Straßburger Münster von der Münsterbauhütte aus gesehen

Schön eingerahmt: Das Straßburger Münster von der Münsterbauhütte aus gesehen

Ganz schön schwierig, von hier die Kathedrale zu fotografieren. Aber warum auch? Im Frauenhausmuseum (Musée de l’Œuvre Notre-Dame) in der Münsterbauhütte hat man auch so eine Menge (vom) Münster, denn hier sind die Steinmetzarbeiten aus der Nähe zu sehen, für die man sich vis-à-vis den Hals verrenken muss. Die Statuen wurden vor dem Ersten Weltkrieg ausgetauscht, weil schon damals die Luft zu aggressiv für den roten Sandstein war. Außerdem finden sich kostbare Fenstergläser, Gemälde und Gebrauchsgegenstände im Museum, dass im besten Wortsinne im Schatten der Kathedrale steht. Demnächst gibt es dazu einen ausführlichen Text in DER SONNTAG.

Musée de l’Œuvre Notre-Dame | 3, Place du Château | tgl. 10-18 Uhr, montags geschl.| 6,50/ 3,50 Euro (Audio Guide ist gratis) | http://www.oeuvre-notre-dame.org

 

 

 

 

 

 

 

15. Juli 1604

Le Weinschlag - Abschrift von Patrick FOURNIAL

Le Weinschlag – Abschrift von Patrick FOURNIAL

Manche Dinge sind eine Notiz wert, zum Beispiel die Namen von Schuldnern. Die Mittelbergheimer Weinchronik „le Weinschlag“ (vormals Weinschlagbuch) berichtet nicht nur über Wetter, Lesezeitpunkt, Erntemenge, Lampert und andere Traubensorten, Weinberge wie der Zotzenberg und die Qualität des Weins („sauer wie ein Wiedertäufer“, 1555), sondern auch über das Dorfgeschehen in Mittelbergheim – und wer vor 411 Jahren anschreiben ließ. Da war ein ein „aubergiste de Haslach“ (Kneipier) darunter, aber auch ein Martin Renner aus Seedorf bei Bern wird als Schuldner aufgeführt. (Man sieht, dass schon früh exportiert wurde.) In der Chronik tauchen alte, mittlerweile ausgestorbene Namen und man liest die Namen der Winzer, die damals wie heute noch in Wein machen. Auch die Auswirkungen der Zeit stehen hier. Lothringer fallen ein, Brandenburger zündeln, die Nazis teilen das Dorf in Blöcke ein und holen die jungen Männer in den Krieg – und das Weinjahr macht doch was es will. Während eine Seuche über 300 Tote forderte, gab es einen „Zucker-Herbst.“ Wer mehr dazu lesen will, während des Weinfestes (25. und 26. Juli) wird in der Mairie (Rathaus) des Sylvaner-Dorfes das Weinschlagbuch* ausgestellt.

http://www.zotzenberg.com

* Woher kommt der Name? Einmal im Jahr trafen sich Winzer und Weinsticher (Weinsachverständiger) um die Großhandelspreise zu veranschlagen

43. Fete du Vin, Mittelbergheim

Samstag 25. Juli, 17 Uhr – 2 Uhr und Sonntag, 26. Juli ab 11 Uhr bis abends

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Reich & schön (in Barr)

Wunderbarr an der Weinstraße

Installez-vous im Garten Installez-vous!  Iim Garten der Villa Marco (Barr

Installez-vous! Im Garten der Villa Marco (Barr)

Wir trafen uns in einem Garten … Der Garten der Villa „Folie Marco“ in Barr gehört zu den wunderbaren Plätzen an der Weinstraße, gerade abends wenn das Licht alles und jeden vergoldet wird es besonders hübsch hier. Hier steht ein Stuhl, einfach so und dort auch einer. Hinsetzen, träumen, den Wind auf der Haut spüren und ins milde Abendlicht blinzeln … Das beweist mal wieder, dass die besten Dinge im Leben nichts kosten. Weiterlesen

Ex- oder Aix-Elsässer?

Und das Leben geht vorüber, aber drinnen ist Heimat.

Würde Cézanne hier einkaufen?

Wenn man in Aix-en-Provence durch die Rue Gaston de Saporta spaziert, die dann in die Rue Jacques de la Roque übergeht, hat man ein best of von Südfrankreich vor Augen. Da tippeln alte, weißbärtige Männer über das Pflaster und sofort denkt man an Cézanne, der hier lebte und sich am Montagne Sainte-Victoire abarbeitet. Es gibt Touristen, viele. Und Einheimische, die neben der Kathedrale bei Kaffee und Zigaretten sitzen. Das Licht fällt hier so schön. Was hat das mit dem Elsass zu tun? Einfach die Straße weitergehen, kommt schon. Weiterlesen