Goldene Zeiten, goldene Hände

Ab morgen: Offene Werkstätten im Elsass

Definitiv auf den Hund gekommen: Karosseriebauer Hubert Haberbusch liebt seinen Diego

Im Atelier: Karosseriebauer Hubert Haberbusch und sein treuer Diego

Es gibt viele Unterschiede zwischen Frankreich und Deutschland, einer ist die Liebe zu alten Dingen. Ob wir nun von Häusern, Autos oder dem Wein im Keller sprechen, das Alte wird geschätzt, verehrt, geliebt. Zum Vergleich: In Deutschland wird weniger renoviert und weniger restauriert. (Und der Wein wird auch möglichst jung getrunken.) „Wenn man es fürs gleiche Geld auch neu bekommt, dann machen wir es doch neu“, ist ein gängiges Argument für die Abrissbirne. Dagegen erleben Handwerker und Liebhaber alter Dinge im französisch denkenden Elsass goldene Zeiten. Zu den Koryphäen gehört der Karosseriebauer Hubert Haberbusch, quasi die Institution, wenn es darum geht einen zerschossenen Hispano-Suiza oder einen vom Rost zerfressenen Bugatti wieder schön zu machen. In Straßburg hat er neben dem Künstlerhaus Art-Zone seine Werkstätte, die er mehrmals im Jahr fürs Publikum öffnet. Nächster Termin ist morgen. Wer keine Autos mag, das Elsass hat viele andere markante Typen mit goldenen Händen, die es zu entdecken gilt.

Les Journées Européennes Des Métiers D’Arts | 1., 2., 3. April | journeesdesmetiersdart.fr

Carrosserie HH Services | 2 Rue du Rhin Napoléon | Straßburg | carrosserie-hh.com

 

Olditmer im Atelier

Aus alt mach (so gut wie) neu: Olditmer im Atelier

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Postkarte aus Straßburg

Tout le monde ist auf den Beinen, wenn die Straßburger Osterputz machen

Tout le monde ist auf den Beinen, wenn die Straßburger Osterputz machen (Foto: Pascal Cames)

Vergangenen Samstag war mal wieder Flohmarkt in Straßburg, vielleicht der erste dieses Jahr unter freiem Himmel. Das volle Programm aus 33er und 45er Vinyl (Pink Floyd, Ian Dury, Ringer Starr, etc.), ausrangierten Ortsschildern, Schulbänken, Alsatica, Kochbüchern und Spielzeugautos. Alles war gut sortiert, sauber, übersichtlich und an einem der schönsten Orte Straßburg, nämlich La Petite France. Etwas Windschutz gab es nur im geöffneten Hof der Église Réformée du Bouclier, einem Refugium mit Dorfcharakter (Fachwerk, Kopfsteinpflaster), wo Bücher verkauft wurden. „Oschterputz“, klärte mich dort eine Straßburgerin über Sinn und Zweck dieser Aktion auf. Es geht also wieder los mit dem elsässer Speicher leer- (Vide grenier) und Flohmarkt- (Marché aux puces) Wahnsinn …

https://vide-greniers.org/Alsace

 

 

 

 

 

 

Ruhig Blut

Rare Delikatesse: Das auch als Onglet bekannte Kronfleisch ist das Steak 2.0

Das Kronfleisch am Stück

Das Kronfleisch am Stück

Früher, als noch jede Metzgerei selber schlachtete haben es die Metzger am liebsten selbst gegessen. Heute wird das meiste nach Frankreich verkauft. Der Onglet ist eine rare Delikatesse. Wer gerne Steak ist, sollte es mal probiert haben. Ein paar Dinge gilt es zu beachten, dann schmeckt’s formidabel. Weiterlesen

Ausgehen: Mudd Club (Straßburg)

Straßburg ganz unten

Singer Songwriter Ian Fisher (USA) im Mudd Club

Singer Songwriter Ian Fisher (USA) im Mudd Club

Wäre dieses dunkle, mit Graffiti übersäte Kellerloch in Berlin, würde man Schnurren wie diese anstandslos abnehmen, dass sich dort im Schatten der Wand Romy und David kennen gelernt haben oder in jener Ecke ein besoffener Iggy Pop schnarchte. Aber gemach, der Mudd Club im bourgeoisen Straßburg kann mit solchen Anekdoten nicht aufwarten, dafür mit einem abwechslungsreichen Programm (Pych Rock, Minimal Pop, Punk Rock, Chansons, DJs etc.), einem gutem Sortiment an Bieren (Erdinger), akzeptablen Preise (Limo für 2,50 Euro) und einer lässigen come as you are-Attitüde. Weiterlesen

Gezeichnet in Straßburg, gedruckt in New York

Das ist nicht Tomi Ungerer

Diese Zeichnungen stammen von Marion Fayolle. Der Herr mit Hut ist übrigens nicht Tomi Ungerer

 

Altmodisch aber gut. Nach wie vor halte ich die Zeitung an sich für eine gute Idee, viele andere wohl auch, denn das Tomi Ungerer Museum informiert via Le Petit Journal über die laufende Wechselausstellung, die auch mit dem Medium Zeitung zu tun hat. Ausgestellt werden junge Straßburger Zeichner, die für die New York Times die Leserbriefseite illustrieren. Das ist ein harte Job, mehr als 24 Stunden bleibt den Künstlern nicht um sich über Gewalt, Fracking, Gesundheit und Psyche ein Bild zu machen. Das schöne an „Fit to print“ ist, dass man sieht, dass es so etwas wie Stil und Fantasie noch gibt!

Mehr dazu bald in Der Sonntag oder direkt in Straßburg im Museum. Heute ist übrigens(erster Sonntag im Monat!) in allen städtischen Museen Straßburgs freier Eintritt.

Führung auf Deutsch: Samstag, 12. März, 15 Uhr

„Fit to print“ | Bis 10. April | Musée Tomi Ungerer | 2, Avenue de la Marseillaise | Straßburg | Mittwoch bis Montag, von 10 – 18 Uhr | musees.strasbourg.eu