Entdecken: Faada Freddy in Straßburg

Alte Schule, neue Songs

Street Dandy alter Schule, fotografiert von Barron Claiborne

Street Dandy alter Schule, fotografiert von Barron Claiborne

Wer kennt Faada Freddy? Außer Frankreich-Spezialist Thomas Bohnet (Tour de France) wohl niemand, also höchste Zeit für ein change. Kommenden Freitag (29. April) erscheint endlich Faada Freddys „Gospel Journey“ auch in Deutschland, an diesem Tag spielt er wie bestellt in der Straßburger La Laiterie. Über das neue Album des französischen Shooting Stars ein paar Zeilen.

Manche Alben sind so von einem Übersong geprägt, dass aus Segen Fluch wird. Der Hit erdrückt die guten Songs und die schwachen werden zertrümmert. Die eigentlich runde Sache wird zum One-Hit-Wonder. Faada Freddys „Gospel Journey“ könnte dieses Schicksal ereilen, der das Album eröffnende Song „Letter to the Lord“ ist wie das Pfingstwunder, wer ihn hört, versteht ihn. Der aus dem Senegal stammende Sänger und Soulist „schreibt“ ganz alte Schule einen Brief an den Herrn, beseelt steigert er sich rein, fleht, schwitzt und bringt den Song zum kochen. Manchmal meint man Stevie Wonder zu hören, keine schlechte Referenz. In Frankreich hat sich „Faada Freddy (Jahrgang 1975) schon einen Namen als Rapper der sengalesischen HipHop-Band Daara J gemacht; jetzt ist er der Gospel-Crooner der Stunde, mit Hit und originellen Konzept. Hier gibt es keine Gitarren und Tasten, nur Gesang, Körper, Pfeifen, Beatboxen, Fingerschnippen und eine glückliche Hand im Studio, die die manchmal sehr einfachen Songs nicht im Schunkel- oder Stampf-Disaster krepieren lässt. (An dieser Stelle Thank you Lord!) Wer sich weiter durch hört, wird weitere Kracher entdecken, in „Let It Go“ (dem afrikanischsten Song) lässt Faada Freddy seine Stimme wie ein Youssou N’Dour flattern, „Little Black Sandals“ ist dank dem feinem Falsett sehr sexy und die kontrollierte Ekstase in „The Death of Me“ ist wie gemacht für eine Live-Performance. Wie man so hört soll Lenny Kravitz nach einem Konzert hin und weg gewesen sein. Das rettet zwar nicht Kravitz‘ ramponiertes Image, aber für einen „Street Dandy“ wie Faada Freddy ist das nicht übel.

faadafreddy.com

Konzert: La Laiterie, Straßburg, 29. April, 20 Uhr, artefact.org

Album: Faada Freddy „Gospel Journey“ | Caroline International/ Universal Music | ab 29. April

Cover Gospel Journey

Cover Gospel Journey

 

 

 

 

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