Die gute Adresse: L’Ours in Bischwiller

Christelle Hubsch und Jean Wagner

Machen alles richtig: Christelle Hubsch und Jean Wagner

Alter Name, neue Ideen, alte Erkenntnisse

Mal ehrlich, wer vermutet hier im nicht immer so pittoresken Nordelsass eine Oase wie diese? Das Restaurant L’Ours (Bären) wird all jene glücklich machen, die wissen, dass zu einem guten Essen eine gute Umgebung gehört.

Das Restaurant L’Ours in Bischwiller gibt es quasi schon immer, schon bevor anno 1918 Familie Wagner Haus und Hof übernahmen, war das Eckhaus schon mal eine Wirtschaft und hieß „Zum Schwarzen Bären“, das war 1656. Aber es gibt noch eine andere Bären-Geschichte: Der Großvater von Jean Wagner arbeitete als Privatkoch einer Schweizer Industriellenfamilie und hatte dort die Aufgabe einen Bären aufzupäppeln, man hatte nämlich die Bärenmama erlegt.

Auch Jean Wagner und Lebensgefährtin Christelle Hubsch waren einige Zeit in der Schweiz und kamen von dort mit neuen Ideen und alten Erkenntnissen heim, die wichtigste ist wohl, dass das Auge mit isst. Den Garten habe sie zu einer Oase gestaltet, auf zwei Ebenen sitzt man gemütlich, viele Pflanzen, schattenspendende Bäume, einen alten Lattenzaun, Pflastersteine vom alten Bahnhof und ein bisschen Verzierung hier und da, machen es super gemütlich. Da will man nach dem Mittagstisch gar nicht mehr aufstehen und lieber ein zweites Glas Mâcon Lugny St Pierre schlotzen. Aber keine Bange, sie haben auch elsässer Weine, obwohl die Weinkarte mit Hautes côtes de Beaune, Châteauneuf du Pape, Nuits St Georges schon sehr französisch ist.

Liebe & Sorgfalt

Am Garten merken Wagner und Hubsch am stärksten den Effekt des Neuen. Wer einmal hier war, kommt wieder, auch weil das Essen tipptopp ist. Probiert haben wir einen Rohkostteller (Rotkraut gehobelt) mit zweierlei Dressing, danach Kohlfisch (Lieu noir, eine Art Dorsch) mit Safrankartoffeln und Hummersoße und als krönender Abschluss eine Eistorte (Vacherin) mit dreierlei Eis, nämlich Vanille, Aprikose, Erdbeeren. Alles hausgemacht und frisch à la Cuisine du marché. (Auch der Teig für den Flammkuchen machen sie!) Das Interieur ist ebenso sorgfältig und liebevoll eingerichtet, zum Beispiel nutzen sie antike Möbel wie einen alten Eisschrank, der hier einen Akzent setzt. Die Tische stehen nicht eng, das ist wirklich toll und auch bei Gläsern, Besteck, Servietten und Blumenschmuck geht das Herz auf. Auf dem Holzboden möchten man am liebsten Walzer tanzen.

Aktuell hängen Bilder von Guy Untereiner, einem Künstler aus dem Krummen Elsass. Im Hof ist das Atelier von Michèle Wagner, die mit einem Cutter Papierbilder schneidet. (Aber das ist eine andere Story.) Gleich neben an liegt noch ein kleines Appartement, sehr schnucklig, ordentlich und sauber. Wagner und Hubsch sehen das als eine Art Testballon. Sollte Nachfrage nach mehr bestehen, werden sie weitere Räume ausbauen, Platz ist genug. Wer vom Norden nach Süden in den Urlaub fährt, sollte sich diese Adresse als Etappe merken. Eventuell will man gar nicht mehr weiter.

Hauptgerichte ab 15 Euro, Tagesessen 9,50 Euro, Flammkuchen ab 7,80 Euro, Glas Wein 12 cl ab 2,90 Euro, Übernachtung mit Frühstück ab 69 Euro

Restaurant L’Ours | 2 Rue de la Couronne | Bischwiller | Tel. +33388632156 | http://www.lours.co

 

Da möchte man sich doch am liebsten gleich intstalieren

Da möchte man sich doch am liebsten gleich installieren

 

 

 

 

 

 

 

 

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