Empfehlung: Auberge du Pont de la Zorn

Doppelt gut

„Wir haben hier keinen Tourismus“, erzählt die Chefin, „90 Prozent sind Stammgäste.“ Gottseidank kann man da jubeln, denn es wäre nicht das erste Restaurant, dass durch zu viele Touristen Qualität, Charme und Seele verlieren würde. Die Auberge du Pont de la Zorn im Nordelsass ist ein rarer Fall wo Tarte flambée und gehobene Gourmet-Küche funktionieren. Hier geht beides und da der Flammkuchen vom feinsten ist, kann man den ja auch vorneweg essen, auch wenn beim Menü eine Vorspeise dabei ist. Auf ein paar Kalorien mehr,  kommt es nicht an. Heute ist heute und morgen ist ein anderer Tag. (Da kann man ja eine Runde mehr walken …)

Klare Ansage: Tafelspitz

Schön übersichtlich und fein: Tafelspitz, etc.

Hat man einen günstigen Platz erwischt, dann schaut man nicht nur auf das liebevoll zusammen gewürfelte Interieur aus alten Dingen und etwas Kitsch, sondern darf auch dem Flammkuchenbäcker zuschauen. Der muss malochen, Teigfladen auflegen, mit Akribie den Frischkäse aufstreichen, dann ebenso exakt Zwiebeln, Speck und Käse drüber streuen und dann in den Holzofen schieben. Hat es dort mal ausgelodert, wird ein halber Stamm Holz hineingeworfen, so geht es nonstop. Zwischendurch ist Schichtwechsel am Ofen, was mehr als nur verständlich ist. (In der alten Sowjetunion hätte man so einen dann zum „Held der Arbeit“ gekürt.)

Die Küche nebenan ist ebenfalls fürs staunende Publikum offen, das wurde schon gemacht, bevor front cooking in Mode war. Probiert haben wir das Tagesmenü mit einer Fois gras vorneweg, die in zweierlei Ausführung (einmal mit und einmal ohne Pistazien) aufgetischt wurde. Auf dem Teller, zum Vergnügen des Gaumens, wurde ein Spur Meersalz gelegt sowie ein paar Tropfen mit süßsauren Essenzen gesetzt. Die Brioche dazu war locker und leicht, der dazu passende Geruch wie frisch aus der Backstube tat ein übrigens, um dem letzten Bissen hinterher zu weinen. Toll waren auch die beiden empfohlenen Weine, ein Gewurztraminer und ein Pinot gris.

Süßes Vergnügen: Der Eisgugelhupf

Ende gut, alles gut: Der Eisgugelhupf

Die Hauptspeise setzte dem noch die Krone auf, der Tafelspitz war so wie man ihn sich wünscht, mit einer schönen Fleischfarbe (und nicht grau!) und schön dick geschnitten. Das Fleisch war saftig und keine Spur fasrig. Exzellent dazu der Sahnemeerrettich, mit guter Schärfe und versöhnlicher Milde. Rohkost und Bratkartoffeln mit Speck halten ebenso das Niveau. Was dann jeden Elsässer schier in die Knie zwingt, fanden wir dann auch anbetungswürdig, der Eisgugelhupf mit Kirschwasser und eingedickter Sauerkirschsoße. Da kommt man gerne wieder!

Auf der Karte: Flammkuchen ab 8,90 Euro, Menü „Alsace Eperdument“ 29,90 Euro, 1 Glas Wein ab 3,90 Euro

Auberge du Pont de la Zorn | 2 Rue de la République | Weyersheim | Tel. +33388513687 | http://www.pontdelazorn.fr | Mo – Sa abends, So mittags und abends, Mi geschl.

 

 

 

 

 

 

 

 

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