Gelesen: Zuhause bei Audrey

Audrey Hepburn war eine süße Mutter und liebte Süßes. Wie es „Zuhause bei Audrey“ aussah und wer die Gnocci machte, wird hier von ihrem Sohn verraten. Ein Buch für Fans, Cineasten, Gourmets und alle, die einen Schuss Wodka in der Soße vertragen. Erraten, ein Buch für alle. (Und ein gutes Weihnachtsgeschenk dazu!)

Rezepte und Erfolgsrezepte

Die Idee das Leben eines Hollywood-Stars wie Audrey Hepburn (1929-1993) anhand von Kochrezepten Revue passieren zu lassen, ist geradezu köstlich. Auch wenn die Schauspielerin („Frühstück bei Tiffany“, 1961) eher wie ein Hungerhaken aussah, gegessen hat sie gerne und ein bisschen kochen konnte sie auch, wie ihr Sohn Luca Dotti in dem aufwendig gemachten Buch erzählt.

Es fängt mit schmaler Kost an, die Tochter einer niederländischen Baronin und eines Engländers überlebt in Holland den Hungerwinters 1944/ 45 mit Brennnesseln, gekochten Tulpenzwiebeln und Gras. Als Reminiszenz an diese Zeit gibt es den deftigen Eintopf Hutspot. Danach geht sie nach England, wird aber nicht wie geplant ein Star im Ballett sondern in Hollywood. Die Welt liebt sie.

Abb. Verlag

Abb. Verlag

Die Schauspielerin kommt herum und das liest man auch an den Rezepten ab, präsentiert werden Curry nach Art der Oma, Schokoladenkuchen mit Sahne, Penne alla vodka. Die Hepburn macht selbst Gnocci und wenn es Spaghetti gibt, lässt sie den Oregano weg, weil sonst alles nach Pizza schmeckte. Sie liebt Süßes.  Charmant werden Anekdoten ausgeplaudert und Informationen weitergegeben, über die römische Küche oder den richtigen Mozzarella. Natürlich wird auch Hepburns Frühstückssituation aufgerollt (Madeleine und einen Caffè Latte) und Privates erzählt. Audrey Hepburn war schon morgens um 4 Uhr wach, um ihre Kräfte zu sammeln, damit sie dann am Filmset „großartig“ aussah. Zwar lesen sich manche Überschriften („Gefüllte Tomaten – Die Trennung“) unfreiwillig komisch und Food-Fotos fehlen auch, aber mal ehrlich, die privaten Schnappschüsse dieser außergewöhnlichen Schauspielerin wiegen das alles auf.

Luca Dotti: „Zuhause bei Audrey“ (deutsch von Heinrich Degen) | Dumont | 256 Seiten | 34,99 Euro

Dieser Text erschien bereits im September in Der Sonntag. http://www.der-sonntag.de

Der schöne Satz: „Ein schöner, cremiger Schokoladenkuchen tut vielen Leuten viel Gutes.“

 

 

 

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