Gelesen: Vincent Klink in Paris

Klassiker, Kenner, Kritiker

Eine Reise nach Paris gehört zu den Klassikern für Leute mit Sinn für Kunst, Kultur und Küche. Vincent Klink war auch mal wieder dort und hat ein schmuckes Buch geschrieben, eine Mischung aus Reiseführer und Kochbuch. Dank Klink weiß man, dass Kommissar Maigret am liebsten eingemachtes Kalbsfleisch aß.

Von Stuttgart nach Paris ist es quasi nur ein Katzensprung, von wo der Stuttgarter Sternekoch Vincent Klink anreist. Vincent Klinks „Ein Bauch spaziert durch Paris“ ist eine muntere Tour durchs französische Städtchen, wie immer sehr humorig („Mir ist schlecht, ich bin bin hässlich, alle Leute gucken mich an …“) und sehr informativ. Das Buch ist gewürzt mit allerlei Anekdoten über Essen und Trinken, Mythen, der Marais und andere quartiers und die Menschen, die es hierher verschlug. Hier treten alle auf, Heine, Sartre, Hemingway, Rodin, HBL, Maigret, … Klink schreibt virtuos, tütet Zwiebelsuppe, Zola, Rommel in einen Text ein, ohne das es beliebig wirkt. Sprachlich macht er es super, genauso wie er von der einer guten Küche („Die Kunst des weglassens) erwartet. Der geneigte Leser erfährt so einiges, zum einen wie der Koch drauf ist, und auch wie und warum Restaurants entstanden sind und warum wir russisch essen, wenn wir ein Menü genießen. Monsieur Klink ist Kenner und Kritiker. Das Gemosere, dass „die Sehnsüchte der Frankophilen schlampig als Klischee in Szene werden“, kann er sich nicht verkneifen. Auch findet er, dass die Franzosen längst nicht mehr so „lässig wie ehedem“ sind. Und trotzdem ist Paris eine Reise wert, er entdeckt Bistros wo „junge, wilde Kochkünstler“ am Werk sind und weiß, „gutes französisches Essen gibt es immer noch, nur schmeckt es heute anders und sieht auch anders aus.“ Auf nach Paris also, oder daheim bleiben und Zwiebelsuppe, Eingemachtes Kalbsfleisch oder Borschtsch à la Klink kochen. Klink wäre nicht Klink, wenn es nicht auch noch ein paar Rezepte gäbe.

Vincent Klink: „Ein Bauch spaziert durch Paris“ | 288 Seiten | Rowohlt | 19,95 Euro

Vincent Klink im Netz: http://www.wielandshoehe.de

Gut zitiert: „Esse Se Hirnsupp, man immer des essa, was man net kennt und net hat.“ (Klink zitiert den Adlerwirt von Gmünd.)

Abb. Verlag

Klink spannt’s, worum es in Frankreich geht. (Abb. Verlag)

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