Ausstellung: Labor Europas

Antik c'est chic - In der Wilhelminischen Ära holte man sich seine Kicks in die Antike

Antik c’est chic – In der Wilhelminischen Ära holte man sich seine Kicks in der Vergangenheit, heute auch

Aus einer anderen Zeit

Diesen Sonntag lohnt sich Straßburg besonders, freier Eintritt in den städtischen Museen. Das Museum für Moderne und Zeitgenössische Kunst (MAMCS) blickt mit der Ausstellung Labor Europas Straßburg 1880-1930 zurück in eine Zeit des Ab-, Auf- und Umbruchs, als Straßburg deutsch und dann wieder französisch wurde und wie sich das in den Künsten widerspiegelte.

Wie kommt ein Plakat für ein Sommerfest von Anno Tobak ins Museum? Warum gibt es Spinnen und andere präparierte Tiere sowie antike Plastiken zu sehen? Das MAMC schweift derzeit ab in jene Tage als in Straßburg noch Deutsch gesprochen wurde und ein Kaiser regierte. Man nennt die Ausstellung Labor Europas. Wurde die Metropole quasi zum städtebaulichen Versuchskaninchen?

Irgendwie ja, denn als 1870 die Preußen kamen, brachten sie keine Blumen mit, sondern Kanonen und schossen ein Drittel der Stadt zu Schutt und Asche. Kaum war der Pulverdampf verzogen, geht es schon los, der Kaiser wollte die Stadt zum Schaufenster nach Westen machen, so wurde für die Straßburger für Jahrzehnte das Leben zur Baustelle. (Neustadt, Neudorf, Neuhof …) Zudem wurde die Universität neu aufgestellt, man gründete eine Kunstgewerbeschule und förderte Kultur, Kunst, Handwerk.

Da war was los, wie man jetzt sieht. Jugendstilplakate und Intarsien, Zeichnungen von Käthe Kollwitz, Gemälde von Max Beckmann und Max Liebermann und vielen anderen mehr, legen Zeugnis ab von jenem Anfang, dem ein Zauber innewohnte, vor allem bei Sammlern wie Wilhelm Bode, die mit viel Geld ausgestattet wurden. Nach 1919 wurden andere, weniger pompöse Akzente gesetzt, Stadt und Infrastuktur waren ja gebaut. Markant in dieser Zeit sind die Arbeiten von Hans Arp und seiner Frau Sophie Taeuber-Arp. Ein Glasbild von ihr wurde für das Plakat zur Ausstellung ausgewählt.

Labor Europas Strassburg 1880-1930 | Museum für Moderne und Zeitgenössische Kunst (MAMC) | 10 Euro | heute Eintritt frei, wie jeden 1. Sonntag des Monats | Deutsche Führungen jeden ersten Samstag des Monats, 11 Uhr | http://www.musees.strasbourg.eu

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