Kennen Sie La Pôchouse?

Was ist heute im Angebot? Laurent Ryon an der Fischtheke

Was ist heute im Angebot? Laurent Ryon an der Fischtheke

Kochkunst: Laurent Ryon entdeckt alte Rezepte neu

Franzosen lieben Märkte, und wenn sie keinen gescheiten Markt vor der Haustür haben, dann machen sie ihre Einkäufe (faire des courses) im Supermarkt. Der in Buggingen im Markgräflerland lebende Koch Laurent Ryon (50) macht es genauso wie seine Landsleute auf der anderen Seite des Rheins. Sein Supermarché liegt in Fessenheim und hier findet er alles, was er braucht. Man kennt ihn, weil er hier öfters zum Pläsier der Leute kocht. Wenn er in seinem kleinen Kochatelier Kochkurse gibt, dann kauft er hier ein.

Es ist schön ihn zu beobachten, wie er sich für Obst und Gemüse begeistert und mit den Verkäuferinnen schwätzt. „Kennen Sie La Pôchouse?“, fragt er mehrmals. Nein, den Fischeintopf aus dem alten Burgund kennt hier niemand mehr. Beim Käse wiederum ist man beim Verkauf firmer und beim Anblick des Regals raunt jemand von den „eintausend Käsesorten“ in Frankreich. Wie man weiß, war beim französischen Präsidenten Charles de Gaulle (1890-1970) die Zahl noch dreistellig. „Wie wollen Sie ein Volk regieren, das 246 Käsesorten besitzt?“, soll der große Franzose lamentiert haben. Ist Frankreich durch das Käsewachstum unregierbarer geworden? Man müsste Macron fragen …

Spaß beiseite, Küchenchef Laurent Ryon findet alles, was er für seinen köstlichen Fischeintopf braucht (die Zutaten sind dem Verkauf bekannt) und so er kann sein altes Küchenwissen in Sachen La Pôchouse weitergeben. Die ganze Geschichte mit Rezept war Anfang November in Der Sonntag zu lesen und wer’s verpasst hat, muss nur den Link anklicken.

http://www.badische-zeitung.de/gastronomie-1/alles-im-fluss-xc6pi7syx–158617591.html

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11. November 2018

Irgendwo muss die Grenze sein

Irgendwo muss die Grenze sein

Die Zeit heilt alle Wunden

Von dieser Stelle auf dem Turm des Eckkopf (516 m) im Nirgendwo des Pfälzerwalds sind es fast 100 Kilometer Luftlinie bis nach Straßburg. Dazwischen liegt eine Grenze. Die deutsch-französische Grenze wurde im 19. Jahrhundert ein paar Mal verschoben und wanderte vom Flüsschen Queich nach Süden zur Lauter und verschwand nach 1871 für fast 50 Jahre. Das geschah willkürlich am Kartentisch und in Konferenzen. Die Bewohner hat niemand gefragt. Weiterlesen

Gelesen: „A Casa“

Näher am guten Brot ist keiner. Claudio del Principe fotografiert von seinem Sohn Delio (ZVG, AT-Verlag)

Wirft er jetzt einen Korb? Einen Brotkorb? Claudio del Principe fotografiert von seinem Sohn Delio (ZVG, AT-Verlag)

Nummer vier war auch schon super …

Es ist da!“, jubelt Claudio Del Principe über sein fünftes Buch „al forno“, das hält uns aber nicht davon abhält den Berg Bücher abzuarbeiten und sein „A Casa“ von Anno Tobak* vorzustellen. Das ist ein ganz wunderbares Buch, weil es nämlich ein Buch ist und keine Ansammlung von Fotos.

Was ist so wunderbar am millionsten Kochbuch, dass diese Welt braucht oder eben nicht? Es ist ganz klar die Leidenschaft, auch wenn dieses Wort schon arg oft bemüht wurde. „Ohne Kochen würde ich depressiv werden“, bekennt der in der Schweiz lebende Autor und Fotograf Claudio Del Principe. Dieser schreibt beseelt, profund und quirlig über das Essen und das Kochen und die Lebensmittel. So textlastig wie hier sind wenige Bücher. Sogar Autoren die es können, ich nenne keine Namen, geizen mit Wörtern wie eine Figur von Charles Dickens. Weiterlesen