Gelesen: Fritz Keller

Der Weinkeller von Fritz Keller. Credit: Photography Tommas Bried & Andreas Hantschke für Tre Torri Verlag

Der Weinkeller von Fritz Keller. Credit: Photography Tommas Bried & Andreas Hantschke für Tre Torri Verlag

Dickschädel und Feinschmecker

Dieses Buch würdigt mit Fritz Keller einen echten Macher. Man kann es aber auch als ein Buch über eine großartige Landschaft lesen und als Fachbuch über Wein bzw. Weinbau und gutes Essen. Hier lernt man was! Das Vergnügen hat der Leser.

Lässig auf einer Holzbank, im T-Shirt und mit Wanderschuhen zeigt sich Fritz Keller (Jahrgang 1957) auf einer der ersten Seiten von „Wein & Genuss am Kaiserstuhl“. Der schwarze Doppeladler an der Wand in Vogtsburg-Oberbergen mag ernst blicken, der Chef grinst sich eins.

Fritz Keller ist „im Glück angekommen“, wie er sagt. Da hat der Spross einer Kaiserstühler Winzer- und Gastronomie-Dynastie auch allen Grund dazu: Der SC Freiburg, dessen Präsident Keller ist, lässt sich nicht unterkriegen und die drei Söhne sind ebenfalls in Küche, Weinbau und Fußball zu Hause. Gerade hat der Weinführer Gault & Millau Fritz und Friedrich Keller zu „Winzern des Jahres“ ernannt. Das Buch ist ein Showroom für ein Unternehmen, das schwarze Zahlen schreibt, weil hier seit Generationen Qualitätsfanatiker am Werk sind, die zudem Feinschmecker und Dickschädel sind.

ZVG: Verlag

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Weinbau, Kellertechnik, Fußball

Bekanntlich ist die Winzerei ein hartes Geschäft, nicht nur wegen der Konkurrenz, sondern auch wegen der Bürokratie, dem Wetter und dem Klimawandel. Eine gewisse Schlitzohrigkeit darf man den Kellers auch unterstellen und Geschäftstüchtigkeit mit Fleiß. Die Erfolgsgeschichte in Wort und Bild beginnt idyllisch im Weinberg – wo sonst? Als Kind begleitete „der kleine Fritz“ seine Oma in die Reben. Dank deren Geschick und Küche (Knöpfle mit Sauce, Schäufele mit Herdäpfelsalat) wurde eine gute Basis gelegt. Bekanntlich blieb es nicht bei Hausmannskost und Schorle, wie das Buch im Rezeptteil zeigt.

„Die treibende Kraft der badischen Weinszene“ (Herausgeber Ralf Frenzel) wird umfassend vorgestellt. Aber das Buch ist mehr als ein „Mein Weinberg, mein Restaurant, mein Hotel“: Wer an Landschaft und Geschichte des Kaiserstuhls in all seinen Facetten, dazu an Weinbau, Kellertechnik und, ja, auch an Fußball und Chicos Stadionwurst interessiert ist, kommt auf seine Kosten. Fritz Kellers Winzerkollege Joachim Heger spricht von einem „Leben auf der Überholspur“. Wie gut, dass Keller mit seinem Käfer Baujahr 1976 rechts rangefahren ist und ein bisschen aus dem Leben geplaudert hat. Gute Leute haben zugehört, mitgeschrieben und glänzend fotografiert.

(Dieser Text ist bereits in Der Sonntag erschienen.)

Fritz Keller: Wein & Genuss am Kaiserstuhl, herausgegeben von Ralf Frenzel, verschiedene Autoren | Tre Torri Verlag | 240 Seiten | 49,90 Euro

Der Macher Fritz Keller im Weinberg. Credit: Photography Tommas Bried & Andreas Hantschke für Tre Torri Verlag

Weiß, wie’s geht. Fritz Keller herbstet. Credit: Photography Tommas Bried & Andreas Hantschke für Tre Torri Verlag

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