Brimbelles?

Hier geht’s zu den Blaubeeren! (Aber gemach, nächstes Jahr wieder …) Foto: Pascal Cames

Wenn irgendwo ein Neubaugebiet erschlossen wird, dann herrscht ein Krieg um die Namen. Natürlich werden die neuen Straßen und Gassen nicht mehr Generälen benannt und auch nicht nach modernen Schriftstellern, wer weiß, was die noch anstellen. Meistens sollen es mehr Namen von Frauen sein, aber welche? Wer einen Waldweg benennen muss, hat’s leicht. Da gibt es den Neuweg oder den Pionierweg oder der Weg wird ganz einfach nach dem Wald benannt (Eichwald, Elmerforst, etc.) oder dem Ziel, eine Burg zum Beispiel. Bei diesem Namen kamen wir ins stutzen. Brimbellière? Was ist das? Zum Glück gibt es freundliche Leute, die einem in den Vogesen erklären, dass eine Tarte aux brimbelles nichts anderes ist wie eine Tarte aux myrtilles. Aha, Blaubeerkuchen also. Brimbelle* ist übrigens ein Wort aus dem Welschen, das nur noch vereinzelt in den Vogesen gesprochen wird. Folgt man diesem Weg, dann kommt man also ins Blaubeerschlaraffenland. Leider war’s die falsche Jahreszeit, aber den Kuchen haben sie in den Vogesen immer auf der Karte.

* Um es genau zu sagen sind „brimbelles“ wilde Heidelbeeren und „bleuets“ Heidelbeeren aus dem Garten.

Gelesen: Joachim Schnerf

Letzte Gelegenheit für einen Strauß Blumen (Abb. nicht aus dem Buch, Foto: Pascal Cames)

Salomon & Sarah

Über die Überlebenden der Shoa heißt es häufig, dass sie die stärksten und schlausten, ja vielleicht sogar die härtesten und durchtriebensten waren, denn wie sonst hätte man die Nazi-Hölle überleben können? (Ein gutes Beispiel dafür ist Rafael Seligmanns Roman „Der Milchmann.“) Joachim Schnerfs Held Salomon verdankt sein Überleben einer Hand, die ihn aus dem Lkw schubstes. So musste er nicht sein eigenes Grab schaufeln … Weiterlesen

Gelesen: Burgenwandern

Imposante Erscheinung, die Fleckenstein hart an der Grenze zur Pfalz (Foto: Pascal Cames)

Hohe Ziele

Wer im Elsass wandert, kommt an den Burgen nicht vorbei. Margaret Ruthmann hat dazu einen Wanderführer zum Burgenwandern geschrieben, der nicht nur in die Wälder führt, sondern auch ins Mittelalter. Hier eine kleine Besprechung:

Das Wanderziel ist zwar naheliegend, meist aber auch schweißtreibend: Wer im Elsass wandert, hat oft eine Höhenburg zum Ziel, oder einer dieser Steinhaufen liegt auf dem Weg. Das lässt sich gar nicht vermeiden, denn links des Rheins hat es um die 400 Burgen respektive Ruinen. Kurioserweise macht sich eine Frau auf die Spur der Steine, sind es nicht in aller Regel Jungs und große Jungs, die sich für dieses Thema begeistern? Weiterlesen

Kunst: Gaby Kretz

Blick vom Kreuzgang in den Innenhof (Foto: Pascal Cames)

Einen Augenblick Ruhe

Die Straßburger Kirche Jung Sankt Peter (Église Saint-Pierre-le-Jeune) ist ein geheimnisvoller Ort vis-à-vis vom Trubel einer lauten Stadt, wo immer was geht. Ab und zu finden dort Ausstellungen statt, aktuell zeigt die elsässische Keramikerin Gaby Kretz ihre Skulpturen.

Die südliche von Straßburg wohnende Gaby Kretz habe ich beim Suppenfestival 2018 in Sainte-Croix-aux-Mines kennen gelernt. In Garten der Villa Burrus hatte die Keramikerin ihre Figuren installiert und sofort bekam der Ort einen charmanten, aber auch geheimnisvollen Zauber. Gaby Kretz‘ schlanke Figuren haben zwar alles – Augen, Mund, Nase – aber sie sind auch puppenhaft geheimnisvoll und da sie keine Narben, Pigmentstörungen oder auch Falten haben, sind sie alterlos. Vielleicht auch zeitlos. Weiterlesen