Postkarte aus Mulhouse

Im Elsass haben Straßen und Plätze häufig mehrere Namen, zum einen gibt es den Offiziellen und zum anderen auch noch einen, den es vielleicht in der Kaiserzeit gab und der sich zumindest unter den Einheimischen hält. Damit’s nicht ganz zu preussisch wird, sind die Namen von die Stroß im Dialekt, wie diese hier in Mulhouse, wo eigentlich keine Mundart mehr gesprochen wird. Offiziell heißt sie Rue du Saule. Aber der alte Name ist Wiedabàuim Stroß. Wurde die Stroß nun nach einem Weidenbaum (frz. Saule) benannt oder nach der Tatsache, dass hier wieder ein Baum im (!) der Straße wächst. Und was soll der Accent? Stellen wir fest: Dieser Baum ist keine Weide. Möglicherweise war hier schon mal ein Baum, vielleicht sogar eine Weide. Also könnte beides stimmen. (Foto: Pascal Cames)

Stadtmauern

Das Elsass versetzt einen doch immer wieder ins Erstaunen. Wenn wir an diese schöne Region denken, dann ans Fachwerk, den Storch, an Hansi, vielleicht auch, dass es hier nach Brot duftet und dort schon nach Mittagessen. Das Selbstverständliche wird oft vergessen. Stehen wir vor einer Stadt, dann haben wir eine Stadtmauer vor Augen mit ein paar Türmen und Toren. Dahinter liegt dann der ganze heimelige Budenzauber mit Geranien und so. Die Frage ist aber immer: Warum steht die Stadtmauer noch? Warum wurde der Turm nicht schon langst abgetragen und die Steine anderweitig benutzt? Wahrscheinlich hat schon vor über 100 Jahren jemand gesagt: Das ist schön! So wie hier in Obernai (Zentralelsass) an der Elsässer Weinstraße. (Foto: Pascal Cames)

Kochbuch: St. John

Alles muss mit!

Wie aus heiterem Himmel kommt der nächste Hammer aus Great Britain. Fergus Henderson hat mit „St. John“ wieder ein Buch geschrieben und natürlich lohnt es sich, auch wenn man seinen Klassiker „Nose to tail“ schon gelesen hat. Nach der Lektüre bleibt wirklich nur eine Frage offen: Was machen wir denn mit der Speiseröhre? Die kriegt Nachbars Katze, wurde einstimmig beim Kutteln essen beschlossen.

Lungen, Lebern, Lebenslust

Der englische Koch Fergus Henderson hat ein neues Buch geschrieben und alle, alle werden wieder begeistert sein. Aus gutem Grund: was andere nur als Wort in den Mund (Nachhaltigkeit) nehmen, nimmt er verdammt ernst. Er verwertet jedes Stück Fleisch, die Lungen, die Lebern, nur mit der Speiseröhre weiß er immer noch nichts anzufangen. Hendersons Buch ist nach seinem Restaurant St. John in London betitelt, der Leser braucht aber keine Angst haben, dass die Rezepte überkandidelt sind. Alles ganz easy. Weiterlesen

Bonne Année 2020 !

Homme de Fer wünscht seinen Lesern für 2020 weniger schwarz-weiß-Denken und mehr Graustufen und Farbe(n), Glück, Gesundheit und offene Augen für Entdeckungen, wie diese hier in Straßburg. Schönheit, liegt im Auge des Betrachters, so war es schon immer. (Foto: Pascal Cames)