Drive in (Marktstände)

Nein, es ist nicht wie mit den Kartoffeln, Kürbisse werden immer groß … (Foto: Pascal Cames)

Halt an, kauf ein

Eigentlich bräuchten wir noch Äpfel für einen Apfelkuchen … Manchmal gehen Wünsche gleich in Erfüllung, auch wenn die großen und kleinen Supermärkte geschlossen haben. Straßenmarktstände mit Obst und Gemüse gehören zu Frankreich, wie der Tabac oder das kleine Café am Rathausplatz. Aber, sie sind rar und auch nicht überall. Im Ackerland in Furdenheim (zwischen Straßburg und Marlenheim) steht ein besonders schönes Exemplar mit freundlichen Leuten. Die Produkte stammen von zwei Bauern, die sich für diesen Stand zusammen getan haben. Der eine hat Obst und Gemüse, der andere die Trauben und den Wein. Dazu gibt es noch Produkte vom Dorfmetzger. Hier gibt es nicht nur Äpfel, sondern auch Apfelsaft, Neuer Wein („nejer siaser“) und die größten Kürbisse weit und breit.

Kunst: Gaby Kretz

Blick vom Kreuzgang in den Innenhof (Foto: Pascal Cames)

Einen Augenblick Ruhe

Die Straßburger Kirche Jung Sankt Peter (Église Saint-Pierre-le-Jeune) ist ein geheimnisvoller Ort vis-à-vis vom Trubel einer lauten Stadt, wo immer was geht. Ab und zu finden dort Ausstellungen statt, aktuell zeigt die elsässische Keramikerin Gaby Kretz ihre Skulpturen.

Die südliche von Straßburg wohnende Gaby Kretz habe ich beim Suppenfestival 2018 in Sainte-Croix-aux-Mines kennen gelernt. In Garten der Villa Burrus hatte die Keramikerin ihre Figuren installiert und sofort bekam der Ort einen charmanten, aber auch geheimnisvollen Zauber. Gaby Kretz‘ schlanke Figuren haben zwar alles – Augen, Mund, Nase – aber sie sind auch puppenhaft geheimnisvoll und da sie keine Narben, Pigmentstörungen oder auch Falten haben, sind sie alterlos. Vielleicht auch zeitlos. Weiterlesen

Must go: Streetart im Elsass

Nicht immer kommt Streetart aus der Spraydose. Hier ein Stück Kunst von Guy Denning aus England (Foto: Pascal Cames)

Wer weiß, wofür es gut ist. Dieser ziemlich abgenutzte Spruch passt wie die Faust aufs Auge auf die Festung in Neu-Breisach östlich von Colmar. Die wurde 1698-1704 von Festungsbaumeister Sébastien Le Prestre de Vauban gebaut, wurde aber ziemlich schnell nutzlos, da sich die Waffenindustrie rasant weiterentwickelte. Zwar sieht das UNESCO Weltkulturerbe von oben oder auch auf Google Maps sehr interessant aus, aber die Stadt* intra muros ist todlangweilig. Zumindest war sie das. Zwei völlig von der Streetart infizierte Leutchen haben eine goldene Idee verwirklicht und 2018 in einem kleinen Teil der Festung ein Streetart-Museum namens MAUSA** installiert. Die Künstler reisen dafür aus Rio, New York oder Berlin an, um eine der Kammern zu gestalten, in denen früher Waffen, Lebensmittel oder Uniformen gelagert wurden. Das 1200 Quadratmeter große MAUSA belebt nicht nur die elsässische Provinz, sondern schult auch das Auge. Wer durch Paris oder eine andere Großstadt spaziert, wird früher oder später einen MAUSA-Artist auf den Mauern erkennen. Yeah!

(In Der Sonntag/ Badische Zeitung ist dazu ein Artikel von mir erschienen.)

MAUSA | Place de la Porte de Belfort | Neuf-Brisach | Di-So, 1-19 Uhr, Eintritt 10 Euro, ermäßigt 8 Euro | mausa.fr.

*auch ein Grund zu hinfahren sind die Märkte freitags und samstags im Zentrum von Neuf-Brisach

**Musée Arts Urbains et du Street Art

 

Sehr witzig. Backstein „Vaubanksy“ aus dem MAUSA-Museumsshop

Die geheimnisvolle Frankenbourg

Gut gebaut: Mauerreste der Frankenbourg im Zentralelsass, Fotos: Pascal Cames

Wohin geht diese Tür? Rund um die Frankenbourg gibt es viele geheimnisvolle Orte, so die Feenbrücke auf dem Chalmont (dt. Schallberg), dort ist auch ein Schatz vergraben oder die Schalsmatt bei Neubois (Gereuth), wo es 1872 zu einer Marienerscheinung kam. Ein Weg zur Burg heißt „Himmelsleiter“. Das „Krüther Schloss“ gehört wohl zu den ältesten befestigten Orten im Elsass, angeblich stand auf dem Felsvorsprung schon zu Zeiten Chlodwigs eine Burg. Reste der Heidenmauer (frz. mur païen) lassen darauf schließen. Wie kommt man hin? Der schönste Weg ist zu Fuß, eine Wanderung wird demnächst in Der Sonntag vorgestellt. (Diese Wanderung ist nicht in meinem Buch „Wanderkino Elsass“ zu finden.)

http://www.der-sonntag.de

Postkarte aus: Straßburg

Happy together. Während die einen auf Fahrt gehen, bleiben die anderen sitzen und sehen auch eine Menge von der Stadt (Quai des Bateliers, Straßburg), Foto: Pascal Cames

Endless Summer. Leider singen nicht die Beach Boys und auch keine Surfer wagen den Wellenritt. Das Wasser ist ruhig, die Straße belegt. Gleich legt das das Touristenboot „Petite France“ ab um eine Runde um Straßburgs Grande Ile (dt. große Insel) zu drehen und Touristen zum Millionsten Mal ins Staunen zu bringen, wenn die Schleusen mit Wasser volllaufen. Die Leute auf dem Ponton an der Quai des Bateliers in Straßburg juckt das nicht, was der Tourist sucht, haben sie schon längst gefunden. Die Temperaturen fallen, verschwinden auch die Leutchen? Nein, die wird man noch eine Weile sehen, zumindest gefühlt geht der Sommer noch ein gutes Stück weiter. Ein bisschen Sonne, ja das reicht.

Gelesen: Badische Weinwanderwege

Lückentext mit Wein

Einfach nur wandern, Notizen machen und Fotos knipsen, reicht einfach nicht aus, zeigt sich beim Wanderführer Badische Weinwanderwege. Dem schmalen gelben Büchlein fehlt so ziemlich alles, was ein guter Wander- oder Reiseführer ausmacht. Der erste Kritikpunkt ist, dass der nördliche Teil zwischen Gernsbach und Baden-Baden (gehört zum Weingebiet Ortenau!) einfach unterschlagen wurde. Weiterlesen

Elsassblick: Vogt auf Mühlstein

Voilà, hier ist sie: Die berühmte blaue Linie der Vogesen, die man am besten von einer Stelle anschaut, die sehr weit weg ist. In diesem Fall liegt der Aussicht etwas oberhalb der Bergwirtschaft Vogt auf Mühlstein (548 Meter) in Zell-am-Harmersbach. Die Beitz hat gute Kuchen, eine exzellente Kartoffelsuppe und eine urige (hier ist das Wort angebracht) Stube. Vom Kitsch soll man sich nicht schrecken lassen. Wie immer gilt: das beste Essen schmeckt noch besser nach einer Wanderung.

Voilà, hier ist sie: Die berühmte blaue Linie der Vogesen, so gesehen vom Schwarzwald.

Die blaue Linie bezeichnet die Grenze zwischen Lothringen und dem Elsass. In diesem Fall liegt der Aussicht etwas oberhalb der Bergwirtschaft Vogt auf Mühlstein (548 Meter) in Zell-am-Harmersbach. Die vom Dichter Hansjakob (1837-1916) verewigte Schwarzwald Beitz hat gute Kuchen, eine exzellente Kartoffelsuppe und eine urige (hier ist das Wort angebracht) Stube. Vom Kitsch soll man sich nicht schrecken lassen. Wie immer gilt: Das beste Essen schmeckt noch besser nach gemachter Wanderung.