Postkarte: Le Schweissdissi

Immer die Schafferei! Der Schweissdissi schwitzt (was sonst?) (Foto: Pascal Cames)

Liebe Leute, gibt es noch Arbeiter? In alter Zeit gab es sie in Millionen, sie inspirierten große Denker zu dicken Büchern und Künstler sowieso. Gerade in einer Stadt wie Mulhouse, die als eigenständige Stadtrepublik und dann als Teil Frankreichs zum „Manchester Frankreichs“ wurde, war der Arbeiter ein gern gesehener Geselle. Den Arbeitern wurde zu Zeiten des Kaiserreichs (1905) von Frantz Beer ein Denkmal gesetzt. Die  Schweissdissi  genannte Bronzestatue steht heute im Tivoli-Park. 2006 wurde die Idee nochmals von Yves Carrey aufgegriffen, der einen Schweissdissi aus Schrott baute. Tag und Nacht, werk- wie sonntags hockt er an der Porte Jeune und wischt sich den Schweiß von der Stirn. Vielleicht langt er sich nur an die Stirn, ob all dem Wahnsinn, wir wissen es aber nicht, da er beharrlich schweigt. Es ist schon sehr anstrengend allzeit da zu sitzen, sogar am 1. Mai.

 

Postkarte aus: Obernai

Postkarte aus: Obernai

Herrlich blauer Himmel, Sonnenschein – und alles ist wie immer in Obernai (ehemals Oberehnheim) an der Weinstraße. Dass Onkel Hansi nicht ums Eck kommt, liegt nurdaran, dass er bekanntlich schon lange irgendwo anders zeichnet, aber ansonsten ist hier alles beim alten. Kein Neubau nirgends. Sogar Autos dürfen noch durch die ehemalige Freie Reichsstadt rollen, auch wenn es schon eine Weile eine Umfahrung gibt. (Und niemand regt sich auf!) Wir fahren rein, parken hinter der Kirche, entdecken eine Pâtisserie mit süpér Berliner, ein Café wo’s zum Kaffee schwarz ein Stückchen Armer Ritter (els. Bettelmann) gibt und noch eine weitere tolle Bäckerei mit Saurteigbaguette  Aber, es wird nicht verraten wo. Hinfahren, entdecken, Freude!  (Foto: Pascal Cames)

Stadtmauern

Das Elsass versetzt einen doch immer wieder ins Erstaunen. Wenn wir an diese schöne Region denken, dann ans Fachwerk, den Storch, an Hansi, vielleicht auch, dass es hier nach Brot duftet und dort schon nach Mittagessen. Das Selbstverständliche wird oft vergessen. Stehen wir vor einer Stadt, dann haben wir eine Stadtmauer vor Augen mit ein paar Türmen und Toren. Dahinter liegt dann der ganze heimelige Budenzauber mit Geranien und so. Die Frage ist aber immer: Warum steht die Stadtmauer noch? Warum wurde der Turm nicht schon langst abgetragen und die Steine anderweitig benutzt? Wahrscheinlich hat schon vor über 100 Jahren jemand gesagt: Das ist schön! So wie hier in Obernai (Zentralelsass) an der Elsässer Weinstraße. (Foto: Pascal Cames)

Belle vue: Mambourg

Ein Berg zieht blank. Das Foto wurde vor zwei Wochen gemacht, mittlerweile müsste die Grand Cru-Lage Mambourg ohne Blätter sein. Ach, der Herbst … Der Mambourg ist bekannt für Gewürztraminer, Riesling und Pinot gris (also eigentlich alles …) und liegt bei Kayserberg/ Sigolsheim an der elsässer Weinstraße. (Foto: Pascal Cames)

Elsassblick: Mondhalde (Kaiserstuhl)

Fühlt sich an wie die Mitte der Welt

Fühlt sich an wie die Mitte der Welt

Die blaue Linie der Vogesen*, hier ist sie! Dieser Wanderer auf dem Katharinenpfad im Kaiserstuhl schaut von der Mondhalde (354 m) oberhalb von Oberrotweil nach Westen. Goethe könnten wir jetzt prima zitieren: „Warum in die Ferne schweifen … „ Aber, so fern sind die Vogesen doch gar nicht. Da geht dann die nächste Wanderung hin. Und was nicht zu sehen ist, sind die vielen Maikäfer in den Bäumen, die es zurzeit gibt.

*ligne bleue des Vosges