Elsassblick: Vogt auf Mühlstein

Voilà, hier ist sie: Die berühmte blaue Linie der Vogesen, die man am besten von einer Stelle anschaut, die sehr weit weg ist. In diesem Fall liegt der Aussicht etwas oberhalb der Bergwirtschaft Vogt auf Mühlstein (548 Meter) in Zell-am-Harmersbach. Die Beitz hat gute Kuchen, eine exzellente Kartoffelsuppe und eine urige (hier ist das Wort angebracht) Stube. Vom Kitsch soll man sich nicht schrecken lassen. Wie immer gilt: das beste Essen schmeckt noch besser nach einer Wanderung.

Voilà, hier ist sie: Die berühmte blaue Linie der Vogesen, so gesehen vom Schwarzwald.

Die blaue Linie bezeichnet die Grenze zwischen Lothringen und dem Elsass. In diesem Fall liegt der Aussicht etwas oberhalb der Bergwirtschaft Vogt auf Mühlstein (548 Meter) in Zell-am-Harmersbach. Die vom Dichter Hansjakob (1837-1916) verewigte Schwarzwald Beitz hat gute Kuchen, eine exzellente Kartoffelsuppe und eine urige (hier ist das Wort angebracht) Stube. Vom Kitsch soll man sich nicht schrecken lassen. Wie immer gilt: Das beste Essen schmeckt noch besser nach gemachter Wanderung.

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Weinmesse Straßburg 2019

Voulez goûter ? Aus dem Stand eine Weinprobe ... Unkomplizierter geht's ncht

Voulez goûter ? Aus dem Stand eine Weinprobe … Unkomplizierter geht’s nicht

Lost in Degustation

Halleluja! Wie jedes Jahr, wenn auf der deutschen Seite des Rheins der Narr regiert und das Bier in Strömen fließt, heißt es auf der französischen Seite ganz ernsthaft: Wein! Die 26. Weinmesse der unabhängigen französischen Winzer in Straßburg bringt mehr als nur ein Best-of der französischen Weinkultur in die Region. Die Messe setzt schon seit Jahren Standards, was Größe, Angebot, aber auch Qualität angeht. Hier findet man Weinraritäten aus dem Loiretal, Spitzenweingüter aus dem Bordelais, Bio-Winzer aus dem Languedoc, Champagner, Cognac und ein paar Elsässer halten mit ihrem Gewurtz auch tapfer mit. Damit es bei all der Fülle und Vielfalt nicht zum Desaster wird, gibt es Pâté, Salami, Schinken, Käse und Schnecken zum knuspern. (Eine Flasche Wasser sei an dieser Stelle auch empfohlen.) Eine Bierstub (!) hat’s auch, Teufel, die Elsässer denken auch an alles … Wer in diesem Labyrinth der Genüsse nicht verloren gehen will, schaut sich vorher auf der Webseite um und macht sich einen Schlachtplan und verinnerlicht sich, dass auch ein Herkules hier scheitern würde. Also: immer schön langsam und weniger ist mehr. Und immer ausspucken, sonst geht’s schief!

Weinmesse der Unabhängigen Winzer | 22. – 25. Feb. | Freitag 11-21 Uhr, Samstag und Sonntag 10-19 Uhr, Montag 10 – 17 Uhr Straßburg, Messegelände Wacken, Halle 20 | Tramlinie: B, E, | Eintritt 6 Euro (inkl. Probierglas), erm. 3 Euro

 http://www.vigneron-independant.com/26%C3%A8me-salon-des-vins-des-vignerons-ind%C3%A9pendants-strasbourg

100 Jahre Tomi Ungerer*

Blick in eine Glasvitrine mit Spielzeug von Tomi Ungerer und der Künstler, der dem Fuchs predigt

Blick in eine Glasvitrine mit Spielzeug von Tomi Ungerer und der Künstler, der dem Fuchs predigt

* Als ich diese Zeilen im Januar 2019 schrieb, dachte ich, dass Tomi Ungerer (1931-2019) so unsterblich ist wie das Elsass, und habe den Text auf den 28. November 2031 terminiert. Gestern ist Tomi Ungerer in Irland verstorben … Ein paar Zeilen zu diesem unglaublichen guten Zeichner und Schreiber, der so so viel Freude bereitet hat und so viel Schrecken verbreitet. Ohne ihn ist die Welt ärmer, aber vorallem verliert das Elsass (s)einen Fürsprecher.

Zu Tomi Ungerers 75. Geburtstag (2006) war ich so unverfroren und habe im Regio Magazin Robert Gernharts Gedicht „Deutung eines allegorischen Gemäldes“ um eine Strophe erweitert. Nach dem Weinreinbringer als Trostspender, lasse ich eine weitere Person auftreten. Als ungebetenen Gast bringe ich den „Spiegelvorhalter“ Tomi Ungerer ins Spiel. Die hohe Zeit des ätzenden Strichs war für den Elässer zwar damals schon vorbei, aber seine Bilder waren immer noch so präsent, wie ein Tattoo, auch wenn es vor langer Zeit gestochen wurde. Tomi Ungerer war nicht nur Oncle Tomi, sondern immer noch das enfant terrible, der Bürgerschreck, für einige bestimmt auch Lüstling, Wüstling und Nestbeschmutzer. Jetzt werden ihn alle vermissen.

Der sechste kommt / mit Farben am Rock / und tintenschwarzen Fingern / das wird der Spiegelvorhalter sein.

11. November 2018

Irgendwo muss die Grenze sein

Irgendwo muss die Grenze sein

Die Zeit heilt alle Wunden

Von dieser Stelle auf dem Turm des Eckkopf (516 m) im Nirgendwo des Pfälzerwalds sind es fast 100 Kilometer Luftlinie bis nach Straßburg. Dazwischen liegt eine Grenze. Die deutsch-französische Grenze wurde im 19. Jahrhundert ein paar Mal verschoben und wanderte vom Flüsschen Queich nach Süden zur Lauter und verschwand nach 1871 für fast 50 Jahre. Das geschah willkürlich am Kartentisch und in Konferenzen. Die Bewohner hat niemand gefragt. Weiterlesen

Souvenir, Souvenir: Brocante

Auf dem Plattenteller: „Idiote je t'aime“ von Charles Aznavour

Auf dem Plattenteller: „Idiote je t’aime“ von Charles Aznavour

In der Zeitmaschine

Hier eine Jagdtrophäe, dort ein Kochbuch aus den 20er-Jahren, da drüben ein sauber poliertes Porzellangefäß mit der Aufschrift „Schnaps“ und da, angelehnt an den Baum, altes Emaille von „Schutzenberger“. Ein Gang über den Straßburger Antiquitätenmarkt (Flohmarkt wäre untertrieben) am vergangenem Samstag ist wie ein Reise in einer Zeitmaschine, die aber nicht richtig tickt und alle und alles durcheinander gewürfelt hat. Weiterlesen

Vorfreude: Suppenfestival (28. + 29. September)

Auch ein Bewohner vom 'Planet Suppe" ... Sébastian Buecher, Chefkoch der Auberge Frankenbourg (Foto ZVG)

Auch ein Bewohner vom „Planet Suppe“ … Sébastian Buecher, Chefkoch der Auberge Frankenbourg (Foto ZVG)

Planet Suppe

Was tun an einem schönen Samstag oder Sonntag? Man geht dahin, wo nette Leute sind und gutes Essen aufgetischt wird. Dass Suppenfestival hat all das und noch ein paar Schmankerl mehr. Wie immer gibt es viel zu entdecken und zu schmecken am kommenden Wochenende.

Bekanntlich liebt alle Welt Suppen, aber überall auf der Welt köcheln andere auf dem Feuer. Das hängt mit Lebensmitteln, Klima, Traditionen und Vorlieben zusammen. Was schmeckt oder was nicht, hat viel mit der Kindheit zu tun. Sébastian Buecher* von der Auberge Frankenbourg verbindet mit den Thema Suppe die Kürbissuppe seiner Kindheit, die von seiner Mutti gekocht wurde. „Die beste Suppe der Welt.“ Buecher wird am kommenden Wochenende zum vierten Mal beim 7. Suppenfestival in Sainte-Croix au Mines (Zentral-Elsass) teilnehmen.

Wie in den vergangenen Jahren auch findet das Festival im Garten der Villa Burrus statt, wo es genug Platz hat für Gartenkunst, Land Art, Bauernmarkt, Bal Folk und eine kulinarische Weltreise um den Planet Suppe. Dieses mal sind am köcheln: spanische, indische, deutsche Suppen, zweierlei Steinpilzsuppen, Bergarbeiter- und Bergkräuter-Suppe, Knoblauch- und Brennnessel-Suppe etc. etc. Neu ist das Jahr die eigens dafür gemachte Regionalwährung Potissou. Sébastian Buecher und die anderen Koryphäen (Daniel Zenner, Eric Girardin) machen’s aber gratis für das Festival und den Verein, der die (kulinarische) Vielfalt des Tals feiert und den Park belebt.

  1. Festival de la Soupe au Jardin | Samstag 29. September 13-20 Uhr, Sonntag 30. September 11 – 17 Uhr | Villa Burrus, Sainte-Croix-aux-Mines | http://www.un-jardin-passionnement.org

* Sébastian Buecher ist 42 Jahre alt und wurde von der FAZ als „eines der größten Nachwuchstalente der elsässischen Küche“ gefeiert. Buecher wird ein Gazpacho von der schwarzen Krim-Tomate mit Serrano-Schinken kochen. Über die Suppe allgemein sagt der Elsässer, dass es kein magisches Rezept für eine gute Suppe gibt, sondern nur sehr gute Produkte, Zeit und die Leidenschaft dafür. Das Restaurant Frankenbourg liegt am Eingang des Val d’Argent in La Vancelle.

http://www.frankenbourg.com/de/

Rebonjour* Kahler Wasen

Hier geht es runter in Richtung Linthal

Blick nach Westen: Hier geht es runter in Richtung Linthal

So oder so rum?

„Mit seinen 1,93 Metern ist Cal ein sanfter Riese.“ Diesen schlichten, aber guten Satz habe ich bei Samin Nosrats „Salz Fett Säure Hitze“ entdeckt. Als ich ihn las musste ich sofort an den Petit Ballon (Kahler Wasen) denken. „Mit seinen 1.272 Metern ist der Petit Ballon ein sanfter Riese.“

Außer ein paar steilen Abschnitten hat der Berg  für Wanderer nichts schwieriges an sich. Natürlich hat er auch seine Abgründe … Aber wer hat das nicht? Auf dem Weg bleiben, dann wird alles gut. Weiterlesen