Auswärts: La Cité du Vin

Happy End. Ein Glas Wein im achten Stock (Foto: pc)

Happy End. Ein Glas Wein im achten Stock (Alle Fotos: Pascal Cames)

O la La Cité du Vin

Wie sagte es Hemingway? „Mit einem Erdbeben anfangen! Und dann langsam steigern.“ So ungefähr muss man sich einen Besuch der Cité du Vin vorstellen, wenn man an der Haltestelle Cité du Vin (Linie C) aussteigt und die letzten Meter auf das neue – ja was? – Museum zugeht und dann aus dem Staunen nicht mehr herauskommt. Hat ein Salvador Dali an der Sache, also an der Architektur gedreht? Es schaut so aus, denn das Gebäude schraubt sich dynamisch nach oben. Andere Assoziation: Ein Riese hat es zwischen die Finger gekriegt und einmal fest zugedrückt, wie man es gerne mit dem Alu macht, den Sektflaschen oben abschließen. Weiterlesen

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Wein und so

Château who?

Château who?

Der Pulverdampf hat sich verzogen, der letzte Heuler ist verklungen. Was bleibt vom Jahreswechsel? Eine halbe Flasche Crémant und ein angebrochener Rouge. Was wiederum eine Vorlage (oder Grundlage?) gibt, um sich über Wein und so seine Gedanken zu machen. Zehn Vorschläge in Sachen Rebensaft für 2019, verbunden mit dem Wunsch, dass das kommende Jahr ein gutes Jahr wird! Gesundheit, Glück, ganz viel Freu(n)de, HdF wünscht es Ihnen von Herzen.

  1. grundsätzlich über den Glasrand schauen: für Badener: Pfälzer Wein, für Pfälzer: Wein aus Baden, für Württemberger: Baden, Pfalz, Franken …
  2. nicht jedes Glas austrinken
  3. besondere Tropfen am Originalschauplatz genießen
  4. mal einen Muscadet-Sèvre et Maine probieren (Hugh Johnson hat Recht)
  5. Restaurants mit guter Weinkarte und vielen offenen Weinen unterstützen
  6. definitiv mehr mit Wein kochen
  7. wenn’s nicht anders geht, Wein aus der Flasche trinken (größere Geister haben es auch schon getan)
  8. die Cité du Vin in Bordeaux anschauen (Bericht folgt)
  9. mit unsympathischen Zeitgenossen kein zweites Glas trinken
  10. mit Menschen die man mag, den besten Wein teilen

    Welcher Wein würde hier wohl besonders gut schmecken?

    Welcher Wein würde hier wohl besonders gut schmecken?

 

Gelesen: Das TEL AVIV Reise-Kochbuch

Die weiße Stadt zeigt Farbe. Fotocredit: Nuriel Molcho/Brandstätter Verlag

Die weiße Stadt trägt bunt. Fotocredit: Nuriel Molcho/Brandstätter Verlag

Es gibt keine israelische Küche!

Goldgelber Hefezopf mit Gürkchen? Wer das „Tel Aviv-Koch-Reisebuch“ aufblättert, findet viele solcher Überraschungen, denn Tel Aviv ist alles Mögliche, alles, nur nicht langweilig. Dieses Buch ist der Reiselust und der Neugierde von Haya Molcho und ihrer Söhne zu verdanken, die gemeinsam das Restaurant NENI in Wien betreiben, von dem es auch schon Ableger in Berlin und anderswo gibt. Der Name NENI setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der vier Söhne zusammen. Weiterlesen

Gelesen: Fritz Keller

Der Weinkeller von Fritz Keller. Credit: Photography Tommas Bried & Andreas Hantschke für Tre Torri Verlag

Der Weinkeller von Fritz Keller. Credit: Photography Tommas Bried & Andreas Hantschke für Tre Torri Verlag

Dickschädel und Feinschmecker

Dieses Buch würdigt mit Fritz Keller einen echten Macher. Man kann es aber auch als ein Buch über eine großartige Landschaft lesen und als Fachbuch über Wein bzw. Weinbau und gutes Essen. Hier lernt man was! Das Vergnügen hat der Leser.

Lässig auf einer Holzbank, im T-Shirt und mit Wanderschuhen zeigt sich Fritz Keller (Jahrgang 1957) auf einer der ersten Seiten von „Wein & Genuss am Kaiserstuhl“. Der schwarze Doppeladler an der Wand in Vogtsburg-Oberbergen mag ernst blicken, der Chef grinst sich eins. Weiterlesen

Kennen Sie La Pôchouse?

Was ist heute im Angebot? Laurent Ryon an der Fischtheke

Was ist heute im Angebot? Laurent Ryon an der Fischtheke

Kochkunst: Laurent Ryon entdeckt alte Rezepte neu

Franzosen lieben Märkte, und wenn sie keinen gescheiten Markt vor der Haustür haben, dann machen sie ihre Einkäufe (faire des courses) im Supermarkt. Der in Buggingen im Markgräflerland lebende Koch Laurent Ryon (50) macht es genauso wie seine Landsleute auf der anderen Seite des Rheins. Sein Supermarché liegt in Fessenheim und hier findet er alles, was er braucht. Man kennt ihn, weil er hier öfters zum Pläsier der Leute kocht. Wenn er in seinem kleinen Kochatelier Kochkurse gibt, dann kauft er hier ein.

Es ist schön ihn zu beobachten, wie er sich für Obst und Gemüse begeistert und mit den Verkäuferinnen schwätzt. „Kennen Sie La Pôchouse?“, fragt er mehrmals. Nein, den Fischeintopf aus dem alten Burgund kennt hier niemand mehr. Beim Käse wiederum ist man beim Verkauf firmer und beim Anblick des Regals raunt jemand von den „eintausend Käsesorten“ in Frankreich. Wie man weiß, war beim französischen Präsidenten Charles de Gaulle (1890-1970) die Zahl noch dreistellig. „Wie wollen Sie ein Volk regieren, das 246 Käsesorten besitzt?“, soll der große Franzose lamentiert haben. Ist Frankreich durch das Käsewachstum unregierbarer geworden? Man müsste Macron fragen …

Spaß beiseite, Küchenchef Laurent Ryon findet alles, was er für seinen köstlichen Fischeintopf braucht (die Zutaten sind dem Verkauf bekannt) und so er kann sein altes Küchenwissen in Sachen La Pôchouse weitergeben. Die ganze Geschichte mit Rezept war Anfang November in Der Sonntag zu lesen und wer’s verpasst hat, muss nur den Link anklicken.

http://www.badische-zeitung.de/gastronomie-1/alles-im-fluss-xc6pi7syx–158617591.html

Gelesen: „A Casa“

Näher am guten Brot ist keiner. Claudio del Principe fotografiert von seinem Sohn Delio (ZVG, AT-Verlag)

Wirft er jetzt einen Korb? Einen Brotkorb? Claudio del Principe fotografiert von seinem Sohn Delio (ZVG, AT-Verlag)

Nummer vier war auch schon super …

Es ist da!“, jubelt Claudio Del Principe über sein fünftes Buch „al forno“, das hält uns aber nicht davon abhält den Berg Bücher abzuarbeiten und sein „A Casa“ von Anno Tobak* vorzustellen. Das ist ein ganz wunderbares Buch, weil es nämlich ein Buch ist und keine Ansammlung von Fotos.

Was ist so wunderbar am millionsten Kochbuch, dass diese Welt braucht oder eben nicht? Es ist ganz klar die Leidenschaft, auch wenn dieses Wort schon arg oft bemüht wurde. „Ohne Kochen würde ich depressiv werden“, bekennt der in der Schweiz lebende Autor und Fotograf Claudio Del Principe. Dieser schreibt beseelt, profund und quirlig über das Essen und das Kochen und die Lebensmittel. So textlastig wie hier sind wenige Bücher. Sogar Autoren die es können, ich nenne keine Namen, geizen mit Wörtern wie eine Figur von Charles Dickens. Weiterlesen

Buch: Salz Fett Säure Hitze

Beispielseite, gezeichnet von Wendy MacNaughton. ( ZVG Antje Kunstmann Verlag)

Salz ist nicht gleich Salz … Charmante und übersichtliche Beispielseite, die von Wendy MacNaughton gezeichnet wurde. (ZVG Antje Kunstmann Verlag)

Gut kochen mit Ansage

Die Erkenntnis, dass für ein gelungenes Gericht Salz, Säure, Fett und Hitze maßgeblich sind, ist sicherlich nicht neu, jede Rezeptur lebt davon. Die iranischstämmige US-Amerikanerin Samin Nosrat (Jahrgang 1979) hat trotzdem das Rad neu erfunden und einen veritablen Bestseller geschrieben, ab Oktober gibt es sogar eine Netflix-Serie dazu. Samit Nosrats „Salz Fett Säure Hitze“ ist weniger ein Kochbuch, dafür mehr ein Lehrbuch mit einer bemerkenswerten Biographie im Hintergrund. Weiterlesen