Kunst: Offene Ateliers

Kunst mit Ein- und Aussichten

Die 20. Ausgabe der Ateliers Ouverts bietet wie jedes Jahr einen Flash interessanter Kunst. Dank Flyer und Webseite lässt sich das kommende Wochenende perfekt planen oder man geht nach dem Prinzip Zufall vor. Fahren wir mal nach Straßburg! (Oder nach Colmar, Mulhouse, Neuve-Église oder Kruth …)

Wir sind mitten in Straßburg. Zuerst geht es durch einen handtuchgroßen Vorgarten, dann in das Innere eines Fachwerkhauses und dort entdeckt man einen kleinen Hinterhof, wo ein Velo an der Wand lehnt. Wo ist das Atelier? Weiterlesen

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Ah, die Sonne! Auch an grauen Tagen hat es Lichtblicke in Straßburg, wie hier am Austerlitz-Platz beim Blindenstadtmodell mit Streetart von Delphine Harrer.

Einkaufen: This must be the Place

Lauch gehört mit Karotten und Zwiebeln zum magischen Trio für Soßen und Suppen

La Markthalle in Neudorf

Die Markthalle in Neudorf ist Straßburgs einzig überdachter Markt. Sie zeigt nicht nur bei schlechtem Wetter ihre Qualitäten. Das Angebot ist so phänomenal groß und gut, dass nicht nur der Neudörfler seinen Wochenendeinkauf dort macht.

Neudorf wird hip. Mit der Tram und der Regionalbahn kommt man bequem ins Viertel und mit dem Vélo sowieso. Das Viertel, das südlich der vierspurigen Straße nach Kehl liegt, hat noch den Charme einer typischen französischen Kleinstadt. Hier leben die kleinen Leute und die Parkplatzsituation ist zwar eine Katastrophe, aber nicht wirklich schlimm. Mittlerweile finden auch Professoren, Rechtsanwälte und andere nicht ganz so kleinen Leute das Viertel süpér! Warum? Wegen dem Charme und auch wegen der einzigen Markthalle Straßburgs. Was es da alles gibt! Weiterlesen

Gelesen: ASIA NOODLES

Warum nur immer Reis? Drei Autorinnen aus Fernost machen sich für die Nudel(n) stark und räumen mit dem Vorurteil auf, dass es in Vietnam, China und Japan nur Reis gibt. Auf 320 Seiten gibt es 150 Rezepte und viel Wissenswertes rund um die Nudel. Was macht eigentlich bella italia?

Durch den Schlund

Bekanntlich sind Nudeln aus den Straßen Saigons, Kyotos und Pekings nicht wegzudenken. Wer hat’s eingeführt? Es waren keine schwäbische oder italienische Missionare, sondern die Chinesen, die vor 4000 Jahren (!) die Nudel erfanden. Diese Zahl ist durch Funde verbürgt. Dass es die Chinesen war, ist man sich in Fernost einig, auch wenn sonst harte Konkurrenz (politisch, kulinarisch) herrscht, schreiben die drei kulinarisch versierten Autorinnen aus China, Japan und Vietnam in dem Buch Asia Noodles. Weiterlesen

Mittagessen (noch besser) wie daheim

Das ergibt ein paar Portionen für das Tagesessen ... (Pot-au-feu von Emmanuel Waltisperger), Foto: Pascal Cames

Das ergibt ein paar Portionen Tagesessen … (Pot-au-feu von Emmanuel Waltisperger), Foto: Pascal Cames

Das Mittagessen ist wichtig!

Aus Anlass desNational Make Lunch Count Day(dt. Mittagessen-ist-wichtig-Tag) eine wehmütige Erinnerung und eine Verbeugung für einen Ort, wo es fast „wie daheim“ ist. An diesem Ort treffen wir uns, auch wenn es sehr weit draußen ist in der elsässischen Prärie. Der heiße Teller wird zum Lagerfeuer, an dem wir unsere Erinnerungen austauschen. (Und logisch, alle essen das Gleiche, da haben wir schon ein Thema …)

Mittagessen? Das ist schwierig heute, die Eltern sind beide arbeiten, die Kinder sitzen in der Mensa oder kaufen sich bestenfalls einen Döner und im schlimmsten Fall eine Tüte Chips und eine 1,5 Liter Flasche Cola. Waren das Zeiten als sich alle mittags daheim (was für ein Wort!) am Tisch trafen und montags die Restle vom Sonntag verspeisten, dienstags eine Nudel-Suppe auslöffelten und freitags Fisch oder Pfannkuchen mampften. Vorbei, vorbei, Junimond.

Heute sitzt man mit Kollegen zu Tisch und das kann ganz gut sein oder auch ganz schlecht, weil das Tagesessen so grottig ist. (Und ja, ich weiß, wovon ich rede!) Reden wir nicht darüber, sprechen wir von den Adressen wo es gut ist. In Hirtzfelden (Haut-Rhin) zum Beispiel, wo der Chef vom Côte Cuisine („das Restaurant um die Ecke“) mittags Vit’Time, als schnell und „wie d’heim“ kocht und jeden Tag alle 50 Plätze belegt sind und logisch, alle 50 Tagesessen gehen weg, wie geschnitten Brot.

Der Chef von Küche und Restaurant, Emmanuel Waltisperger, macht eine lustige Beobachtung. Die Gäste, die zum ersten Mal mittags bei ihm sind, bestellen sich nicht das Menu du jour und kiebitzen aber beim essen immer auf die Nachbartische mit dem Tagesessen. „Ist ja gar nicht schlecht“, scheinen die Leute zu denken. Beim zweiten Besuch bestellen sie dann auch das Tagesessen und dann immer wieder. Wie daheim, wo auch alle das gleiche essen …

Menu du Jour / Tagesessen, 14,50 Euro

Côte Cuisine | 1, Rue de Schmollgasse (von Fessenheim kommend direkt an der Hauptstraße) | Hirtzfelden | Tel. 0033389748196 | www.cote-cuisine-restaurant.com

Auch wichtig: die richtige Dosis Salz

Auch wichtig: die richtige Dosis Salz

Ausstellung: Roumanie – România

Blick aus der Fotogalerie "La Chambre" am Austerlitz-Platz, Straßburg

Blick aus der Fotogalerie „La Chambre“ am Austerlitz-Platz, Straßburg

Ein klingeln aus ferne Zeit

Roumanie – România“ heißt die aktuelle Ausstellung in der Straßburger Fotogalerie La Chambre, die von einem fremden Land im Osten erzählt. Fotografiert hat der gebürtige Rumäne Petrut Calinescu. Bis kommenden Sonntag ist die Ausstellung noch zu sehen. Weiterlesen

Verelsässert euch!

Hier ist bald eine Pop up-Winstub. Die Rue d'Alsace in Paris

Hier öffnet bald eine Pop up-Winstub namens „Hansi“. Die Rue d’Alsace in Paris

Das Elsass in Frankreich

Ganz Frankreich wird elsässisch! Unter dem Motto „alsacez-vous“ startet heute mit einer Pressekfonferenz in Straßburg eine Aktion, die in ganz Frankreich Wellen schlagen wird. Kopf des Unternehmens ist Nicklaes Schweinklager (72), ehemals Soziologe an der Sorbonne und beheimatet in Neudorf. Da Schweinklager öfters in Paris ist, fiel ihm der desolate Zustand der Rue d’Alsace am Gare de l’Est auf. „Die Straße ist verdreckt und voller Kaschemmen, nachts hört man laut Musik und werden Drogen verkauft. Außer dem Hotel Kunz ist hier nichts elsässisch“, lamentiert der pensionierte Intellektuelle. In anderen Städten sei es ähnlich schlimm. „Was sollen die Leute über unser schönes elsässer Landel denken?“, fragt der Neudörfler Soziologe besorgt. Mit Hilfe seines Netzwerks wird die Straße am kommenden Wochenende verelsässiert. Auf dem Programm stehen eine Pop up-Winstub namens Hansi, ein Foodtruck mit Bio-Sauerkraut und Merguez,  eine Edelzwicker Degustation sowie ein großer Marché au Puce, aber nur mit original elsässer Bierdeckel, Gugelhupfformen und Plüschstörchen. Pariser „Exil-Elsässer“ wollen Roger Siffers sozialkritisches Dialektstück „De Plattmacher üs Mülhüsa“ aufführen. „Wenn die Aktion ein Erfolg wird, gehen wir nach Marseille, Chateauroux und Le Havre“, gibt Schweinklager die Marschrichtung vor, „denn auch dort gibt es eine Rue d’Alsace die es nötig hat.“