Gelesen: Badische Weinwanderwege

Lückentext mit Wein

Einfach nur wandern, Notizen machen und Fotos knipsen, reicht einfach nicht aus, zeigt sich beim Wanderführer Badische Weinwanderwege. Dem schmalen gelben Büchlein fehlt so ziemlich alles, was ein guter Wander- oder Reiseführer ausmacht. Der erste Kritikpunkt ist, dass der nördliche Teil zwischen Gernsbach und Baden-Baden (gehört zum Weingebiet Ortenau!) einfach unterschlagen wurde. Das ist ja nicht badisch Sibirien, wo nichts wächst, sondern eine feine Riesling-Gegend. Bleiben wir in dieser Region: Das Baden-Badener Rebland wird völlig unzureichend dargestellt, dass es hier Weinlagen gibt die „Stich den Buben“ heißen, der Wein wie in Franken in Bocksbeutel abgefüllt wird oder die steilste Steillage zu finden ist, das findet sich auch nicht. Warum? Die Restaurants werden zwar preislich klassifiziert, aber man könnte auch schreiben, was auf der Karte steht, wo man schön draußen sitzen kann oder das Restaurant mit der super Weinkarte vorstellen. Das liegt auf dem Weg! Nur schreiben „zur Einkehr locken“ ist halt abgedroschen und lockt halt niemanden mehr. (Die Informationen was eine Strauße/ Besenwirtschaft ist oder wo man Trinkwasser bekommt, reißen es nicht heraus.) Weitere Mängel: In Lahr kommt der Weinwanderer an einem Schwimmbad vorbei und kurz drauf an einem super Weingut. Warum schreiben das die Autorinnen nicht? Das wäre doch gut zu wissen? Die Outdoor-Reihe hat als Untertitel „Der Weg ist das Ziel“. Okay, Ziel verfehlt, was wirklich Schade ist, denn die schöne Landschaft und der gute Wein haben wahrlich Besseres verdient. Dieses Buch hätte man auch „trocken“ schreiben, warum wandern, wenn man nicht links und rechts schaut?

Daniela Kleck und Nicole Schwarz: Badische Weinwanderwege | 98 Seiten | Conrad Stein Verlag | 9,90 Euro

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Gelesen: Die gute Küche am Oberrhein

Gaumenfreuden für Grenzgänger

Glückwunsch nach Straßburg und Freiburg, wo die Macher von „Die gute Küche am Oberrhein“ / „La bonne Cuisine rhénane“ sitzen. Das auf französisch und deutsch erschienene Kochbuch hat bei den Gourmand World Cookbook Awards den ersten Preis in der Kategorie „Kochbücher für den Frieden“ gewonnen.

Was könnte die Situation am Oberrhein besser verdeutlichen als grüner und weißer Spargel? Bekanntlich lieben Badener und Elsässer das Stangengemüse, bloß die einen so, die anderen anders … Typisch, könnte man sagen. Weiterlesen

Kurz und gut: Der neue Restaurantführer für Südbaden

Zu Tisch, zu Tisch!

Pflichtlektüre für Gourmets, Gourmands und Leute, denen gute Leberle, ein schlonziger Kartoffelsalat und ein prächtiges Schnitzel wichtig sind. Denn auch eine gute Schnitzelwirtschaft muss erst mal gefunden werden. „Der neue Restaurantführer für Südbaden“ blättert die Region kulinarisch auf. Wer den besten Krautsalat der Region sucht, die größte Weinkarte oder eine Wirtschaft mit Ziereisen im Ausschank, wird hier fündig.

Die vierte Ausgabe des ambitionierten Projekts „Der neue Restaurantführer für Südbaden“ zeigt wo Baden kulinarisch gut badisch ist, wo es Wurstsalat, Brägele, Leberle, Nierle und Forellen (aber auch mal mit Knoblauch) gibt und natürlich das viel besungene Schnitzel und natürlich die Hochgastronomie, wo die Forelle in hauchdünne Scheiben zerlegt wird. Auch die vegetarische und vegane Küche ist im Aufwind. Weiterlesen

Stilvoll ankommen

In fünf Minuten ist es geschafft, die Drusus zwischen Deutschland und Frankreich

In fünf Minuten ist es geschafft, die Drusus zwischen Deutschland und Frankreich

Ein Tag im Elsass wird auch gerne mal von den Badenern (die es wirklich nicht weit haben) als „wie Urlaub“ beschrieben. Für ein noch mehr „wie Urlaub“ bieten sich die Rheinfähren an, wie die kostenlose „Drusus“ zwischen Drusenheim (F) und Greffern (D). Die anderen Rheinfähren verkehren zwischen Seltz (F) und Plittersdorf (D) sowie südlich von Straßburg zwischen Rhinau (F) und Kappel (D).

 

 

 

 

 

Kopfüber ins Vergnügen

Nerven und Seil sind gespannt ...

Nerven und Seil sind gespannt …

... und einen Augenblick später kopfüber in den See

… und einen Augenblick später kopfüber in den See

Die grüne Flagge hängt schlapp in der Sonne. Doch da kommt Wind auf und stolz weht sie wieder. Sturm, Monsterwellen und Quallen gibt’s aber keine, so viel ist sicher. Badeseen sind im Elsass rar, aber hier und dort werden im Nordelsass die Fischweiher einfach für die zwei heißen Monate umfunktioniert. Die paar Badeseen sind aber keine „wilde Seen“, man muss Eintritt bezahlen, dafür gibt es eben Sicherheit, Mülleimer, Klos, einen Badebereich für Kinder, eine große Wiese, etwas Sandstrand, Merguez und Bier (und Kaffee, Eis, Crêpes, etc.) und ein bisschen Abenteuer, wie hier auf dem Bild zu sehen. Dieser See (Etang de la Chapelle) liegt zwischen Beinheim und Roeschwoog an der D468, kostet 1,50 Euro Eintritt (mit Parkplatz) und wird von den örtlichen Vereinen verwaltet, die auch den Grill anwerfen. Kommenden Sonntag gibt’s Gyros. Wem das nicht schmeckt, so gut wie alle Orte haben tolle Flammkuchen-Adressen.

Baignade „Etang de la Chapelle“ | Öffnungszeiten: Juli, August, tgl. 13 – 19 Uhr, Sa, So 11 – 19 Uhr | 1,50 Euro

Typischer Spruch: „Ich glaub‘ ich stell mich ä bissel ins Wosser“

 

 

 

 

 

My flame burns blue

„Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme.“ (Thomas Morus)

„Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme.“ (Thomas Morus)

Schnaps nach alter Väter Sitte

Schnaps brennen hat viel mit Feuer zu tun. Ist der Schnaps zu scharf, brennt er wie Feuerwasser. Das muss man mögen. Wo es definitiv heiß hergeht, ist im Ofen. Wie hoch soll die Flamme schlagen? Weiterlesen