Must go: Streetart im Elsass

Nicht immer kommt Streetart aus der Spraydose. Hier ein Stück Kunst von Guy Denning aus England (Foto: Pascal Cames)

Wer weiß, wofür es gut ist. Dieser ziemlich abgenutzte Spruch passt wie die Faust aufs Auge auf die Festung in Neu-Breisach östlich von Colmar. Die wurde 1698-1704 von Festungsbaumeister Sébastien Le Prestre de Vauban gebaut, wurde aber ziemlich schnell nutzlos, da sich die Waffenindustrie rasant weiterentwickelte. Zwar sieht das UNESCO Weltkulturerbe von oben oder auch auf Google Maps sehr interessant aus, aber die Stadt* intra muros ist todlangweilig. Zumindest war sie das. Zwei völlig von der Streetart infizierte Leutchen haben eine goldene Idee verwirklicht und 2018 in einem kleinen Teil der Festung ein Streetart-Museum namens MAUSA** installiert. Die Künstler reisen dafür aus Rio, New York oder Berlin an, um eine der Kammern zu gestalten, in denen früher Waffen, Lebensmittel oder Uniformen gelagert wurden. Das 1200 Quadratmeter große MAUSA belebt nicht nur die elsässische Provinz, sondern schult auch das Auge. Wer durch Paris oder eine andere Großstadt spaziert, wird früher oder später einen MAUSA-Artist auf den Mauern erkennen. Yeah!

(In Der Sonntag/ Badische Zeitung ist dazu ein Artikel von mir erschienen.)

MAUSA | Place de la Porte de Belfort | Neuf-Brisach | Di-So, 1-19 Uhr, Eintritt 10 Euro, ermäßigt 8 Euro | mausa.fr.

*auch ein Grund zu hinfahren sind die Märkte freitags und samstags im Zentrum von Neuf-Brisach

**Musée Arts Urbains et du Street Art

 

Sehr witzig. Backstein „Vaubanksy“ aus dem MAUSA-Museumsshop