Lesetipp

Was sagt der Maje? Guet, sagt der Maje. (Foto Pascal Cames)

Colmar’s great!

Colmar ist großartig, stelle ich jedes Mal fest, wenn ich dort bin. Nein, die Kleinstadt wird immer großartiger, weil ich immer mehr entdecke, nicht nur Köstliches für Kehle und „Maje“ sondern auch fürs Auge, die Gassen, Torbögen, das Unterlinden Museum oder diese Figur von Auguste Bartholdi. Sie heißt „Der junge elsässische Winzer“ und stammt aus dem Jahr 1869. Junge Winzer haben’s gut, sie können aus dem Fass trinken … Zumindest war es mal so. Heute gehen Weinproben anders, wie man in „Drei Tage in Colmar“ nachlesen kann. Die Story stand in #heimat Schwarzwald*, fotografiert hat Jigal Fichtner. Das Magazin kann man übrigens nachbestellen.

http://www.heimatschwarzwald.de/leseproben/mein-wochenende-in-colmar/

*leider mit falschem Timing, denn Corona kam dazwischen …

Unterlinden (Colmar)

Sauber, hier wird geschafft. Restauratoren bei der Arbeit (Foto: Pascal Cames)

Wischen & kratzen

Was passiert, wenn Kunst restauriert werden muss? Sie verschwindet aus den Museen und statt eines Bildes hängt nur ein Zettel oder bestenfalls un ersatz an der Wand. Sind die Kunstwerke mehr als nur Kunstwerke, dann ist der Verlust wirklich bedauerlich. Müsste man ins Unterlinden Museum wenn der Isenheimer Altar nicht gezeigt wird? Weiterlesen

Der späte Dank

Blick in das Atelier eines Miniaturenmalers, keine Staffelei, ein Tischchen reicht

Blick in das Atelier eines Miniaturenmalers, keine Staffelei, Tischchen reicht

Miniaturen-Ausstellung im Unterlinden Museum

Die Revolution frisst ihre Kinder. Der Appetit der Französischen Revolution war gewaltig, wer nicht aufs Schafott kam, musste garantiert für die junge Republik in den Krieg ziehen oder wurde bei Strafaktionen gegen Royalisten ermordet. Dank des Kinderreichtums der Grande Nation blieben noch ein paar Leutchen übrig, denen man ein normales Leben schenkte. So zum Beispiel dem aus Colmar stammenden Jean-Jacques Karpff (1770 – 1829), genannt Casimir. Weiterlesen

Wer kennt Martine Schongauer?

Agnès Thurnauer „Porträt in Lebensgröße“

Agnès Thurnauers „Porträt in Lebensgröße“ im Unterlinden Museum

Martine Schongauer? Eigentlich müsste es doch anders heißen. Agnès Thurnauer hat sich natürlich etwas dabei gedacht.  Sie weiß, schon ein Name weckt Bilder. Wer Martin Schongauer (1445/50-1491) hört, denkt vielleicht an die delikate gemalte „Maria im Rosenhag“ und Altarflügel des Isenheimer Altars. Die Künstlerin Agnès Thurnauer will mit diesen Kniff aufmerksam machen, dass Kunst männlich dominiert ist. Sie hat aber auch schon riesige Buttons mit vermännlichten Künstlerinnen („Louis Bourgeois“) gestaltet. Dieses goldige Kunststück beschließt den Rundgang durch das neu gestaltete Unterlinden Museum in Colmar. Dieses wurde um ein zweites Gebäude (ein umgebautes Jugendstilbad) erweitert, hat einen neuen Innenhof mit Obstbäumen, einen neuen Platz, einen freigelegten Kanal mit Sitzstufen, drei berauschend schöne Spiraltreppen und klar gestaltete Räume mit Kunst aus mehreren Jahrhunderten sowie Zeugnisse der Römer. Trotzdem alles neu ist, eines ist geblieben. Die Kälte. Theoretisch und praktisch könnte man jetzt auf jede Temperatur heizen, berichtet einer der Architekten von Herzog & de Meuron, aber da viele alte Bilder kühle Temperaturen brauchen, ist das ins 21. Jahrhundert gebeamte Unterlinden Museum immer noch ein „Mantelmuseum“. Zum Glück gibt es seit heute ein Café … (Und bald wird es wärmer, dann sitzt man am Kanal, im Ackerhof unter Obstbäumen oder im Kreuzgang. Das Unterlinden hat auch seine Freizeitqualitäten.)

Unterlinden Museum | 1 Rue des Unterlinden | Colmar | Fr – Mi10 – 18 Uhr, Do 10 – 20 Uhr, Di geschl.| Eintritt: 13 Euro, Familienticket 35 Euro, freier Eintritt für Kinder unter 12 Jahren oder mit Museumspass | musee-unterlinden.com

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