Brimbelles?

Hier geht’s zu den Blaubeeren! (Aber gemach, nächstes Jahr wieder …) Foto: Pascal Cames

Wenn irgendwo ein Neubaugebiet erschlossen wird, dann herrscht ein Krieg um die Namen. Natürlich werden die neuen Straßen und Gassen nicht mehr Generälen benannt und auch nicht nach modernen Schriftstellern, wer weiß, was die noch anstellen. Meistens sollen es mehr Namen von Frauen sein, aber welche? Wer einen Waldweg benennen muss, hat’s leicht. Da gibt es den Neuweg oder den Pionierweg oder der Weg wird ganz einfach nach dem Wald benannt (Eichwald, Elmerforst, etc.) oder dem Ziel, eine Burg zum Beispiel. Bei diesem Namen kamen wir ins stutzen. Brimbellière? Was ist das? Zum Glück gibt es freundliche Leute, die einem in den Vogesen erklären, dass eine Tarte aux brimbelles nichts anderes ist wie eine Tarte aux myrtilles. Aha, Blaubeerkuchen also. Brimbelle* ist übrigens ein Wort aus dem Welschen, das nur noch vereinzelt in den Vogesen gesprochen wird. Folgt man diesem Weg, dann kommt man also ins Blaubeerschlaraffenland. Leider war’s die falsche Jahreszeit, aber den Kuchen haben sie in den Vogesen immer auf der Karte.

* Um es genau zu sagen sind „brimbelles“ wilde Heidelbeeren und „bleuets“ Heidelbeeren aus dem Garten.

Gelesen: Burgenwandern

Imposante Erscheinung, die Fleckenstein hart an der Grenze zur Pfalz (Foto: Pascal Cames)

Hohe Ziele

Wer im Elsass wandert, kommt an den Burgen nicht vorbei. Margaret Ruthmann hat dazu einen Wanderführer zum Burgenwandern geschrieben, der nicht nur in die Wälder führt, sondern auch ins Mittelalter. Hier eine kleine Besprechung:

Das Wanderziel ist zwar naheliegend, meist aber auch schweißtreibend: Wer im Elsass wandert, hat oft eine Höhenburg zum Ziel, oder einer dieser Steinhaufen liegt auf dem Weg. Das lässt sich gar nicht vermeiden, denn links des Rheins hat es um die 400 Burgen respektive Ruinen. Kurioserweise macht sich eine Frau auf die Spur der Steine, sind es nicht in aller Regel Jungs und große Jungs, die sich für dieses Thema begeistern? Weiterlesen

Cool down

Belle vue? Auf dem Thanner Hubel im Hochsommer

Können Bilder etwas bewirken? Als der Isenheimer Altar gefertigt wurde, glaubte man, ja, Bilder können heilen. In Zeiten von Instagram wird auch an irgendwas geglaubt, es muss wohl so sein, sonst gäbe es nicht so viele „Fotografen“ und Follower. Eventuell gibt dieses Bild eine Abkühlung. Es wurde vor fünf Jahren während einer Wanderung in den Hochvogesen auf dem Thanner Hubel aufgenommen. Hochvogesen heißt: Alles ist möglich. Und wenn doch die Sonne scheint, dann ist es wirklich nicht so heiß wie in Colmar, Sélestat oder Freiburg. Daher der Name „Sommerfrische“. Wanderungen wie diese zu den etwas kühleren Plätzen im Elsass finden sich in meinem Wanderführer „Wanderkino Elsass“, erschienen im Rombach Verlag.

https://www.rombach-verlag.de/buecher/regionalia/rombach/buch/details/wanderkino-elsass.html

Elsassblick: Vogt auf Mühlstein

Voilà, hier ist sie: Die berühmte blaue Linie der Vogesen, die man am besten von einer Stelle anschaut, die sehr weit weg ist. In diesem Fall liegt der Aussicht etwas oberhalb der Bergwirtschaft Vogt auf Mühlstein (548 Meter) in Zell-am-Harmersbach. Die Beitz hat gute Kuchen, eine exzellente Kartoffelsuppe und eine urige (hier ist das Wort angebracht) Stube. Vom Kitsch soll man sich nicht schrecken lassen. Wie immer gilt: das beste Essen schmeckt noch besser nach einer Wanderung.

Voilà, hier ist sie: Die berühmte blaue Linie der Vogesen, so gesehen vom Schwarzwald.

Die blaue Linie bezeichnet die Grenze zwischen Lothringen und dem Elsass. In diesem Fall liegt der Aussicht etwas oberhalb der Bergwirtschaft Vogt auf Mühlstein (548 Meter) in Zell-am-Harmersbach. Die vom Dichter Hansjakob (1837-1916) verewigte Schwarzwald Beitz hat gute Kuchen, eine exzellente Kartoffelsuppe und eine urige (hier ist das Wort angebracht) Stube. Vom Kitsch soll man sich nicht schrecken lassen. Wie immer gilt: Das beste Essen schmeckt noch besser nach gemachter Wanderung.

11. November 2018

Irgendwo muss die Grenze sein

Irgendwo muss die Grenze sein

Die Zeit heilt alle Wunden

Von dieser Stelle auf dem Turm des Eckkopf (516 m) im Nirgendwo des Pfälzerwalds sind es fast 100 Kilometer Luftlinie bis nach Straßburg. Dazwischen liegt eine Grenze. Die deutsch-französische Grenze wurde im 19. Jahrhundert ein paar Mal verschoben und wanderte vom Flüsschen Queich nach Süden zur Lauter und verschwand nach 1871 für fast 50 Jahre. Das geschah willkürlich am Kartentisch und in Konferenzen. Die Bewohner hat niemand gefragt. Weiterlesen

Rebonjour* Kahler Wasen

Hier geht es runter in Richtung Linthal

Blick nach Westen: Hier geht es runter in Richtung Linthal

So oder so rum?

„Mit seinen 1,93 Metern ist Cal ein sanfter Riese.“ Diesen schlichten, aber guten Satz habe ich bei Samin Nosrats „Salz Fett Säure Hitze“ entdeckt. Als ich ihn las musste ich sofort an den Petit Ballon (Kahler Wasen) denken. „Mit seinen 1.272 Metern ist der Petit Ballon ein sanfter Riese.“

Außer ein paar steilen Abschnitten hat der Berg  für Wanderer nichts schwieriges an sich. Natürlich hat er auch seine Abgründe … Aber wer hat das nicht? Auf dem Weg bleiben, dann wird alles gut. Weiterlesen

Pilze 2018

In Sachen Pilz ein Glückspilz ...

Der Glückspilz, der geradewegs in die Pilze geht (aber nach rinks und lechts sollte man schon schauen …)

 

 

 

Und es gibt sie doch

Jedes Metier hat seinen Papst und Gegenpapst. Beim Thema Pilze sind sich aber dieses Jahr alle einig. Zu trocken, vergiss es, nicht einmal in den Alpen hat es welche, nächstes Jahr wieder, so lautet das einhellige Statement zur Lage der Pilznation. Da ist nirgendwo was zu holen und darum atmete der Schreiber dieser Zeilen auf, denn somit können Wanderungen Wanderungen sein, ohne den ein oder anderen Abstecher und Schlenker in die Kräuter oder unter Buchen Aber auch dieses Jahr hat so seine Überraschungen und zwar wurden in den Hochvogesen (wo genau wird dieses Mal nicht verraten) ein schönes Körbchen Steinpilze gepflückt. Ein Jogger aus dem Elsass japste by the way ein „hab‘ auch schon Steinpilze gefunden“. Wie jeder weiß und mancher bemängelt: Die Vogesen sind nicht die Alpen, sie sind nicht so hoch, aber sie stecken voller Überraschungen.