Vorfreude: Suppenfestival (28. + 29. September)

Auch ein Bewohner vom 'Planet Suppe" ... Sébastian Buecher, Chefkoch der Auberge Frankenbourg (Foto ZVG)

Auch ein Bewohner vom „Planet Suppe“ … Sébastian Buecher, Chefkoch der Auberge Frankenbourg (Foto ZVG)

Planet Suppe

Was tun an einem schönen Samstag oder Sonntag? Man geht dahin, wo nette Leute sind und gutes Essen aufgetischt wird. Dass Suppenfestival hat all das und noch ein paar Schmankerl mehr. Wie immer gibt es viel zu entdecken und zu schmecken am kommenden Wochenende.

Bekanntlich liebt alle Welt Suppen, aber überall auf der Welt köcheln andere auf dem Feuer. Das hängt mit Lebensmitteln, Klima, Traditionen und Vorlieben zusammen. Was schmeckt oder was nicht, hat viel mit der Kindheit zu tun. Sébastian Buecher* von der Auberge Frankenbourg verbindet mit den Thema Suppe die Kürbissuppe seiner Kindheit, die von seiner Mutti gekocht wurde. „Die beste Suppe der Welt.“ Buecher wird am kommenden Wochenende zum vierten Mal beim 7. Suppenfestival in Sainte-Croix au Mines (Zentral-Elsass) teilnehmen.

Wie in den vergangenen Jahren auch findet das Festival im Garten der Villa Burrus statt, wo es genug Platz hat für Gartenkunst, Land Art, Bauernmarkt, Bal Folk und eine kulinarische Weltreise um den Planet Suppe. Dieses mal sind am köcheln: spanische, indische, deutsche Suppen, zweierlei Steinpilzsuppen, Bergarbeiter- und Bergkräuter-Suppe, Knoblauch- und Brennnessel-Suppe etc. etc. Neu ist das Jahr die eigens dafür gemachte Regionalwährung Potissou. Sébastian Buecher und die anderen Koryphäen (Daniel Zenner, Eric Girardin) machen’s aber gratis für das Festival und den Verein, der die (kulinarische) Vielfalt des Tals feiert und den Park belebt.

  1. Festival de la Soupe au Jardin | Samstag 29. September 13-20 Uhr, Sonntag 30. September 11 – 17 Uhr | Villa Burrus, Sainte-Croix-aux-Mines | http://www.un-jardin-passionnement.org

* Sébastian Buecher ist 42 Jahre alt und wurde von der FAZ als „eines der größten Nachwuchstalente der elsässischen Küche“ gefeiert. Buecher wird ein Gazpacho von der schwarzen Krim-Tomate mit Serrano-Schinken kochen. Über die Suppe allgemein sagt der Elsässer, dass es kein magisches Rezept für eine gute Suppe gibt, sondern nur sehr gute Produkte, Zeit und die Leidenschaft dafür. Das Restaurant Frankenbourg liegt am Eingang des Val d’Argent in La Vancelle.

http://www.frankenbourg.com/de/

Advertisements

Tableau: „À Table“

 Auf den ersten Blick ist das ein Tisch, an dem gut gegessen und getrunken wurde. Man beachte die Gläser mit Rotwein. In Deutschland wäre das undenkbar, spätestens beim aufstehen oder im Stehen würde man sich den Rest vom Rouge hinter die Binde kippen. „Das lässt man nicht verkommen.“ In Frankreich bleibt so gut wie immer ein Rest Wein im Glas. Das zeugt weniger von einer „Verschwendung von Lebensmitteln“, sondern einem großzügigen „ich muss nicht alles trinken“ und einem sicheren „genug ist genug“. Das kleine Fläschchen Maggi wiederum ist ein Hinweis für die Region. Das Bild wurde im Elsass geknipst. In Brest, Nizza oder Paris wüsste man damit nicht viel anzufangen. Tischsitten A Table Frankreich Deutschland Regionalität Maggi


Hier wurde gut gegessen und getrunken. Man beachte die blanken Teller und die Gläser mit Rotwein. In Deutschland wäre das undenkbar, spätestens beim aufstehen oder im Stehen würde man sich den Rest vom Rouge hinter die Binde kippen. „Das lässt man nicht verkommen.“ In Frankreich bleibt immer etwas Wein im Glas. Das zeugt weniger von einer „Verschwendung von Lebensmitteln“, sondern einem großzügigen „ich muss nicht alles trinken“ und einem sicheren „genug ist genug“. Das Fläschchen Maggi wiederum ist ein Hinweis auf die Region. Das Bild wurde im Elsass geknipst. In Paris oder Nizza gibt’s das nicht.

Rebonjour* Kahler Wasen

Hier geht es runter in Richtung Linthal

Blick nach Westen: Hier geht es runter in Richtung Linthal

So oder so rum?

„Mit seinen 1,93 Metern ist Cal ein sanfter Riese.“ Diesen schlichten, aber guten Satz habe ich bei Samin Nosrats „Salz Fett Säure Hitze“ entdeckt. Als ich ihn las musste ich sofort an den Petit Ballon (Kahler Wasen) denken. „Mit seinen 1.272 Metern ist der Petit Ballon ein sanfter Riese.“

Außer ein paar steilen Abschnitten hat der Berg  für Wanderer nichts schwieriges an sich. Natürlich hat er auch seine Abgründe … Aber wer hat das nicht? Auf dem Weg bleiben, dann wird alles gut. Weiterlesen

Pilze 2018

In Sachen Pilz ein Glückspilz ...

Der Glückspilz, der geradewegs in die Pilze geht (aber nach rinks und lechts sollte man schon schauen …)

 

 

 

Und es gibt sie doch

Jedes Metier hat seinen Papst und Gegenpapst. Beim Thema Pilze sind sich aber dieses Jahr alle einig. Zu trocken, vergiss es, nicht einmal in den Alpen hat es welche, nächstes Jahr wieder, so lautet das einhellige Statement zur Lage der Pilznation. Da ist nirgendwo was zu holen und darum atmete der Schreiber dieser Zeilen auf, denn somit können Wanderungen Wanderungen sein, ohne den ein oder anderen Abstecher und Schlenker in die Kräuter oder unter Buchen Aber auch dieses Jahr hat so seine Überraschungen und zwar wurden in den Hochvogesen (wo genau wird dieses Mal nicht verraten) ein schönes Körbchen Steinpilze gepflückt. Ein Jogger aus dem Elsass japste by the way ein „hab‘ auch schon Steinpilze gefunden“. Wie jeder weiß und mancher bemängelt: Die Vogesen sind nicht die Alpen, sie sind nicht so hoch, aber sie stecken voller Überraschungen.

Tableau „Ancel“

Wie sagte es doch der Autobauer „Sie können jede Farbe haben, solange es schwarz ist.“ Hier ist es die Farbe Rosa die dominiert. Aber, es kommt ja auf den Inhalt an und wenn man genau hinschaut, ist da ja eine Menge los. Wieder jeder weiß, backen sich solche Kuchen von alleine. Die Firma Ancel füllt in einigen französischen Supermärkten die Regale und geht auf eine elsässische Familie (wahrscheinlich aus dem Münstertal) zurück, die sich 1919 in einen französischen und einen deutschen Teil gesplittet hat. Pretty in Pink!

Wie sagte es doch der Autobauer „Sie können jede Farbe haben, solange es schwarz ist.“ Hier ist es die Farbe Rosa. Aber, es kommt ja auf den Inhalt an und wenn man genau hinschaut, ist da ja eine Menge los. Die Marke Ancel füllt in einigen französischen Supermärkten die Regale und geht auf eine elsässische Familie (wahrscheinlich aus dem Münstertal) zurück, die sich 1919 in einen französischen und einen deutschen Teil gesplittet hat. Pretty in Pink!

Gesucht: Sommerfrische

Hier stimmt alles. Gutes Bier, schöne Aussicht und ein frischer Wind

Hier stimmt alles. Gutes Bier, schöne Aussicht und ein frischer Wind

Kleine Runde, großes Bier, alles gut!

Jetzt wandern? Bei diesen Temperaturen muss man vorsichtig sein, am besten streift man durch die Wälder oder dreht ziemlich weit oben eine Runde, aber auch nur eine kleine. Der Petit Ballon (1272 m) in den Hochvogesen ist ein Hotspot für die Sommerfrische. Ein kleiner Spaziergang und hopp ein kühles Pils … So lässt es sich leben. Haben die Elsässer die Sommerfrische erfunden?

Wikipedia schreibt, dass der Begriff „Sommerfrische“ aus dem Wörterbuch der Brüder Grimm stammt und den „Erholungsaufenthalt der Städter auf dem Lande zur Sommerzeit“ oder „Landlust der Städter im Sommer“ definiert. Je nach dem wohin es den „Städter“ verschlägt, ist es tatsächlich auch ein bisschen frischer, so zum Beispiel am Meer oder in den Bergen. Natürlich auch in den Vogesen. (Mit ein Grund mal wieder auf der Route des Crêtes zu pesen.) Weiterlesen

Geheimsache Straßburg

Eindeutige Botschaft im Stoltze Gässel

Eindeutige Botschaft im Stoltze Gässel

Strasbourg Mon Amour (für Flaneure)

Jede Stadt hat ihre Kanten, Ecken, Winkel und Plätze und auch Farben, Gerüche und Stimmungen. Sprechen wir von Charakter und manchmal von Charme. Straßburg ist natürlich (m)ein Paradebeispiel, wo ich immer wieder Neues entdecke, obwohl ich schon so oft durch spaziert bin.

Ich habe mit Leuten gesprochen, die von auswärts kamen und in einem Hotel oder so arbeiten und etwas resigniert klingen. Sie hören sich an wie mit allen Wassern gewaschene Touristen, die auch eine Großstadt wie Wien in einem halben Tag abhaken, so sind sie auch mit Strasbourg schnell durch. Als Tourist muss man eine Bootsfahrt machen, einmal ins Münster hinein und falls Puste auf die Plattform hoch, ein bisschen Fachwerk, ganz sicher aber ein Choucroute Royale in Petite France verschlingen, dazu einen zu süßen Wein trinken, den Duft von frischem Baguette einatmen und optional einen Kugloff auf die Hand. Jetzt sind wir glücklich – und fertig mit der Stadt. (Und wir wissen: nichts!) Weiterlesen